HITZEANPASSUNG
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Hitzeakklimatisation im Sport
von Prof. Dr.
med. G. Neumann, Institut für angewandte Trainingswissenschaft,
Leipzig
Der Organismus kann sich in fünf bis zehn Tagen an Hitze
akklimatisieren. Bei diesem Anpassungsvorgang werden die Körperkerntemperatur
gesenkt, die Durchblutung der Haut gesteigert und die Schweißdrüsen
sensibilisiert bzw.so „programmiert“, daß sie weniger Mineralien nach außen
abgeben. Der Schweiß wird dünnflüssiger. Der Akklimatisierte schwitzt früher
und effizienter. Die Verdunstung des Schweißes führtzu einer
wirksamen
Abkühlung. Ausdauersportler vertragen Hitze besser. Ob man sich
wohlfühlt oder nicht, hängt häufig mit dem Klima zusammen. Sowohl
Lufttemperatur, -feuchtigkeit, Strahlungstemperatur als auch
Windgeschwindigkeit beeinflussen das Befinden und die körperliche
Leistungsfähigkeit bei Hitze. Angenehm empfinden wir es, wenn die Bildung von
Wärme und die Abgabe im Gleichgewicht sind. Man kann den Organismus in fünf bis
zehn Tagen an große Hitze anpassen. Dann schwitzt der Akklimatisierte eher
und erreicht eine wirksame Abkühlung. Der Sportler kann auch bei
extremen Temperaturen seine Leistung erbringen, ohne durch die klimatischen
Verhältnisse eingeschränkt zu sein
Hitzeabwehr ist erblich
Zwischen dem
Frösteln und der Schweißbildung gibt es eine wärmeregulatorische Neutralzone, in
der man sich einfach „wohlfühlt“. Dabei besteht ein Gleichgewicht von
Wärmebildung und Wärmeabgabe, das durch hohe Außentemperaturen oder körperliche
Aktivität (Sport) gestört werden kann. Angestiegene Körperwärme wird durch
Wärmestrahlung, -leitung, -transport sowie durch die Verdunstung von Schweiß
vermindert. Letzteres ist der wirksamste Mechanismus für die Abkühlung bzw.
Wärmeabgabe. Schwitzen beseitigt 80% der Körperwärme. Zusätzlich wird die
Haut bei Hitze besser durchblutet und die erwähnten anderen
Wärmeabgabemechanismen werden wirksam. Wie der Organismus auf veränderte
Außentemperaturen reagiert, ist allerdings höchst individuell und genetisch
vorgegeben. Wichtig ist zu wissen, daß man seine „Abwehrkräfte“ gegenüber
Hitze trainieren kann. Dabei bedient sich der Organismus zweier Formen der
Abwehr: zum einen der Thermotoleranz und zum anderen der Hitzeanpassung:
1. Thermotoleranz:
Diese Toleranz gegenüber zu viel
Wärme kann sich bereits bei einmaliger Hitzeeinwirkung entwickeln, wenn die
Körperkerntemperatur über 40°C ansteigt. Die Auswirkungen des thermischen
Stresses wurden experimentell untersucht. Dabei stieß man auf
sogenannte Hitzeschockproteine (HSP). Diese Eiweißmoleküle werden nur bei
Hitzestreß gebildet. Sie haben die Aufgabe, die Körperzellen vor weiterer
Überhitzung zu schützen, indem sie die Zellwand verdichten (isolieren). Die
Fähigkeit zur Bildung von HSP scheint individuell unterschiedlich zu sein und
ist die Voraussetzung, daß man überhaupt Hitze vertragen kann. Personen, die
reichlich oder frühzeitig HSP
bilden können, sind wahrscheinlich die
„Hitzeverträglicheren“.
2. Hitzeakklimatisation:
Neben
dem einmaligen Hitzeschock kann sich der Organismus auch durch wiederholte
Hitzereize anpassen. Dabei werden zahlreiche Funktionen der Organsysteme
verändert.
Anpassen durch Muskeltraining
Erst bei Temperaturen
über 30°C beginnt der Anpassungsvorgang des Organismus, den man Akklimatisation
nennt. Der Aufenthalt in warmen Klimazonen, noch dazu in klimatisierten
Räumen, löst noch keine Hitzeakklimatisation aus. In Ruhe oder bei nur
mäßiger Bewegung, auch über längere Zeit, kann sich der Organismus nicht
wirklich an die Wärme in den Tropen z.B. anpassen, weil der Anstieg der
Körperkerntemperatur als der entscheidende Reiz zur Akklimatisation fehlt. Der
passive Hitzeaufenthalt erhöht zwar spontan Schweißabsonderung und
Hautdurchblutung, verändert aber noch nicht die zentralen Mechanismen der
Steuerung der Körperabkühlung, der Wärmebildung, des Wärmetransports und der
Wärmeabgabe. Erst eine sportliche Ausdauerbelastung oder die Belastung bei
Hitze senken die Kerntemperaturschwelle und geben den Impuls dafür, daß sich
die Hautgefäße erweitern und die Schweißbildung beginnen kann. Man nennt
diesen Moment den sogenannten „Set-Point“ für die Temperaturregelung. Dieser
wird bei der Akklimatisation herabgesetzt. Um sich wirksam zu
akklimatisieren, muß man seine Körperkerntemperatur auf 39°C bringen. Das
geschieht durch Muskelbelastung bei Außentemperaturen von über 30°C. Der
Hitzestreß muß drei bis vier Tage dauern, damit die Schweißdrüsen empfindlicher
werden und pro Zeiteinheit mehr Schweiß abgeben. Dieser Schweiß wird in den
sich vergrößernden Schweißdrüsen immer mineralstoffärmer, der Kochsalzgehalt
geht auf ein Drittel zurück. Die gewünschte Folge davon ist, daß mehr Schweiß
bei geringerer Kerntemperatur abgegeben werden kann und die Hautoberfläche
besser gekühlt wird. Als Mindestbelastung empfiehlt sich ein tägliches Training
von 60 bis 120 Minuten bei Hitze. Erfahrungsgemäß ist die Anpassung der
beteiligten Systeme (Zunahme der Schweißabsonderung, Abnahme
von Kerntemperatur, Herzfrequenz und Sauerstoffverbrauch) bei
Leistungssportlern nach fünf Tagen moderaten Trainings im
wesentlichen eingeleitet und nach sieben bis zehn Tagen
erreicht. Ausdauertrainierte kommen mit Hitze eindeutig besser zurecht als
Untrainierte, da Ausdauerbelastungen physiologisch gesehen bereits eine
milde
Hitzeakklimatisation sind (siehe Abbildung) .
Ausdauertraining
begünstigt Anpassung
Die Umstellung auf Hitze kann im Heimatort bereits
durch Sauna- oder Klimakammeraufenthalte vorbereitet werden. Auch das
Training mit stark wärmender und wenig luftdurchlässiger Bekleidung (z. B.
Nylon, Polyester) verstärkt das Schwitzen und hilft bei der Umstellung auf
Hitze. Im übrigen ist der Wechsel in tropische Länder auch ein Wechsel in
andere Zeitzonen und damit auch ein Wechsel des Biorhythmus. Flugreisen in
Richtung Osten sind dem Sonnenlauf entgegen, und der Körper braucht länger für
die Umstellung. Die Hitzeanpassung erfolgt bei den Sportlern unterschiedlich.
Eine geringere Toleranz haben Frauen in der Lutealphase (zweite Phase
des
Menstruationszyklus nach dem Eisprung), ältere Männer sowie Kinder
und Jugendliche. Da die physiologisch ablaufenden Prozesse kaum zu
beeinflussen sind, gilt es, die Randbedingungen zu harmonisieren.
Sportler,
die ausdauerorientiert trainieren, vertragen die Belastungen bei über 30°C
Außentemperatur besser als beispielsweise Zweikampfsportler, Sprinter oder
Sportspieler. Ursache ist ein in der Regel niedriges aerobes Leistungsniveau.
Beim Kurzzeit-Intensitätstraining kann die Kerntemperatur nach wenigen
Minuten, unabhängig von der Sportart, auf 39°C ansteigen und
den Kühlmechanismus überfordern. Der Schweiß tropft, kann nicht verdunsten.
Während Ausdauersportler auch in der Mittagszeit trainieren können, sollten
die anderen das nicht tun.
Flüssigkeit schützt vor
Überhitzung
Beim Leistungstraining bei Hitze muß aus Einsicht getrunken
werden, auch wenn man keinen Durst spürt. Die morgendliche Gewichtskontrolle
gibt Aufschluß über den Verlust an Flüssigkeit. Hat das Körpergewicht über vier
Prozent abgenommen, muß die Belastung vermindert werden. Während des
Trainings und des Wettkampfes muß regelmäßig und reichlich Flüssigkeit
aufgenommen werden, um das Ansteigen der Körperkerntemperatur zu verzögern
und „Überhitzungen“ zu verhindern. Der schnellstmögliche Wasserersatz wird mit
Lösungen erreicht, die leistungsfördernde Zusätze, wie z.B. Glukose u.a.
beinhalten (lesen Sie dazu auch nachfolgenden Beitrag „Die richtige Ernährung
im Wettkampf“). Das Problem ist, daß bei Hitze die Schweißbildung höher ist
als die Wasseraufnahme im Magen-Darm-Trakt. Bei feuchtwarmem Klima über 30°C
können pro Stunde Belastung ein bis zwei Liter Schweiß abgegeben werden. Doch
die Flüssigkeitsmenge, die ohne Schwierigkeiten vertragen wird, liegt bei 0,7
Liter pro Stunde, beim Radfahren etwas höher. Der Gefahr des Defizits unter
diesen Bedingungen kann man entgegenwirken, wenn bereits 15 Minuten vor Beginn
der Belastung begonnen wird, Flüssigkeit aufzunehmen. Während der Belastung
empfiehlt es sich, alle 10 bis 20 Minuten regelmäßig zu trinken. Bei
mehrstündigen
Belastungen sollte zusätzlich 0,3 bis 1 Gramm pro Liter
Kochsalz in die Flüssigkeit gegeben werden.
Sportlerelektrolytgetränke berücksichtigen das bereits. Neben dem
Trinkdefizit kann sich aber auch das „Übertrinkphänomen“ mit dem Problem der
Salzverarmung des Organismus entwickeln. Das passiert bei Belastungen über
sechs Stunden Dauer und niedriger Intensität, beispielsweise bei langsamen
Läufen. Die Sportler trinken
mehr als sie schwitzen.
Vorbereitung
auf den Wettkampf
Um sich für Hitze-Wettkämpfe in derselben Zeitzone oder
bei Zeitdifferenzen von zwei bis drei Stunden zu akklimatisieren, sollte
man sieben Tage, bei größeren Zeitunterschieden zehn Tage vorher anreisen.
Riskant und fraglich ist ein reizwirksames Leistungstraining bei Hitze. Die
Intensität der Belastung sollte 75 Prozent der Bestleistung nicht übersteigen,
so daß der Sportler auch bei Hitze noch das Gefühl
von Leistungsreserven hat.
Es ist ratsam, sich vor dem Wettkampf so lange wie möglich im gekühlten Raum
aufzuhalten, da mit der Dauer der Erwärmung des Körpers auch die
Kerntemperatur steigt. Auch das Tempo im Wettkampf ist anfangs niedrig zu
halten, damit der Kerntemperatur-Anstieg verzögert wird, denn die Gefahr der
Hitzeschädigung droht durch die zu hohe Gesamtkörperüberhitzung.
Mit
Wasser kühlen
Die wichtigste Kühlung während der Belastung ist die
Wasserverdunstung von der Körperoberfläche. Kopf und Oberkörper mit
reichlich Wasser zu begießen, ist eine wirksame Abkühlung bei Wettkämpfen.
Erfahrungen besagen, daß die leistungsstärksten Langzeitausdauerathleten sich
am besten akklimatisieren. Bei Leistungsschwächeren kommt es häufig nach dem
Ziel zum „Hitzekollaps“.
Vermutlich versagt der venöse Rückstrom des Blutes
bei hoher Kerntemperatur, aber das ist noch nicht
erwiesen.
Literatur beim Verfasser
Prof. Dr. med. habil.
Georg Neumann, Facharzt für Sportmedizin,
Institut für angewandte
Trainingswissenschaft,
Marschnerstr. 29,
41209
Leipzig
Sportmedizinische Empfehlungen zum
Akklimatisationstraining
Reichliche Flüssigkeitsaufnahme vor
Trainingsbelastung Während der Belastung frühzeitig trinken Bei Belastungen über
60 Minuten Dauer zusätzlich zu den Elektrolyten 5 bis 8%ige Kohlenhydratlösungen
aufnehmen Nach Belastungsende sofort Elektrolyt- und Kohlenhydrataufnahme
Ausdauerbelastungen prinzipiell mit geringer Intensität (weniger als 70%)
ausführen; aerobes Grundlagentraining bevorzugen; deutliche
Intensitätsverminderung bei Langzeitbelastungen; intensive Belastungsformen
verkürzen Kontrolle der Herz-Kreislauf-Belastung über Herzfrequenzmessung
Temperaturangepaßte Bekleidung wählen (weiße Baumwolle bevorzugen, Netzhemd,
eventuell Oberkörper frei) Die Schweißmenge ist direkt abhängig von der
Intensität der sportlichen und körperlichen Belastung. So nimmt nicht nur der
Energieverbrauch, sondern auch entsprechend die Schweißproduktion mit steigender
Intensität zu. Bei mittlerer Sportintensität verliert der Körper etwa 0,5 - 1,0
Liter Schweiß pro Stunde. Bei intensiven Belastungen oder beim Sport in großer
Hitze können mehr als drei Liter Schweiß pro Stunde ausgeschieden
werden. Der Schweiß enthält neben Wasser auch Mineralstoffe wie Natrium,
Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat und
Chlorid sowie Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Zink und Jod.
Mit jedem Liter Schweiß werden etwa 10 Mikrogramm Jod ausgeschieden. Damit
können allein über den Schweiß 10-30% der täglich aufgenommenen Jodmenge wieder
verloren gehen. Das Risiko einer Jodunterversorgung ist beim Sportler somit sehr
groß.
Der Einfluss einer längeren Hitzebelastung auf das Gerinnungs- und Fibrinolysesystem
Agrawal B, Röcker L Roche Diagnostics GmbH
Über den Einfluss einer Hitzebelastung auf das Gerinnungs- und Fibrinolysesystem gibt es nur wenige Mitteilungen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden nur mit Hilfe globaler Tests ermittelt, so dass sie wenig Aufschluss über die Veränderungen von Einzelfaktoren erbringen konnten. Deshalb wurden unter Hitzebelastung neben globalen Gerinnungstests (Quick, PTT, Thrombinzeit) wichtige Einzelfaktoren des Gerinnungs- (Faktor I, II, VIII, X, XII) und Fibrinolysesystems (Plasminogen, Fibrinspaltprodukte) sowie Inhibitoren dieser Systeme (Antithrombin III, Antiplasmin) bei 12 gesunden Männern (Mittelwert 22 Jahre) untersucht. Die Blutabnahmen erfolgten vor (A), am Ende (B) sowie direkt (C), 90 min (D) und 180 min (E) nach einer intermittierenden Hitzeeinwirkung von 4 Stunden (70 – 75 °C, 10 – 20 % rel. Luftfeuchtigkeit). Die PTT verkürzte sich im Vergleich zum Kontrollwert von 35,8“ auf 33,8“ (B), 33,9“ (C), 34,2“ (D) und 34,3“ (E) signifikant (p < 0,01). Der Quickwert veränderte sich nicht. Die untersuchten Einzelfaktoren (I, II, VIII, X, XII) zeigten eine signifikante Aktivitätserhöhung während und bis zu 180’ nach der Hitzebelastung. Die stärkste Aktivitätserhöhung fand sich beim Faktor VIII. Ebenso war Antithrombin III signifikant erhöht. Plasminogen als Parameter des Fibrinolysesystems zeigte ähnlich wie das Gerinnungssystem Veränderungen im Sinne einer Aktivitätssteigerung.
Schlussfolgerung:
1. Eine Hitzebelastung führt zu einer Aktivierung des endogenen Systems der plasmatischen Gerinnung.
2. Gleichzeitig erhöht sich die Aktivität des Inhibitorpotentials der Gerinnung sowie die Aktivität des Fibrinolysesystems.
3. Durch die gleichzeitige Aktivitätssteigerung
des Inhibitor- und Fibrinolysesystems wird die Homöostase des Gerinnungssystems
wieder hergestellt, so dass eine Gefährdung in Bezug auf ein hitzeinduziertes
Thromboserisiko beim Gesunden unwahrscheinlich ist.
37. Deutscher Kongress
für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26.
bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Inverse Relation zwischen
belastungs- und temperaturabhängiger Expression des
Hitzeschockproteins
HSP27 und DNA-Schäden in Leukozyten
Fehrenbach E, Veith R, Schmid M*, Dickhuth HH*, Northoff H, Niess AM*
Abt. Transfusionsmedizin, *Abt. Sportmed, Med. Klinik, Uni Tübingen
Die belastungsinduzierte Expression von HSP und DNA-Schäden wird mit oxidativem und Hitzestress assoziiert. Zellprotektives und Thermotoleranzvermittelndes
HSP27 könnte bei der Entwicklung
belastungsinduzierter DNA-Schäden eine Rolle spielen. Deshalb haben wir die
Effekte verschiedener Umgebungstemperaturen während der Belastung auf die
HSP27-Expression und DNA-damage in Leukozyten von Ausdauerläufern untersucht.
Methoden:
12 trainierte Läufer
absolvierten einen 60minütigen Ausdauerlauf auf dem Laufband mit einer
Intensität von 90% ihrer individuellen anaeroben Schwelle (EX). 6 Athleten
führten EX bei 28°C Umgebungstemperatur (H), die anderen 6 bei 18°C (N) durch.
Blutproben wurden in Ruhe vor und 0, 24 und 48 h nach EX entnommen. Die
Expression von HSP27 wurde mittels RT-PCR und Durchflusszytometrie bestimmt. Die
leukozytären DNA-Schäden wurden mit Hilfe des Comet-Assays analysiert.
Ergebnisse:
Kerntemperatur
(39,4±0,7°C/38,6±0,6°C) und Schweißrate (0,4±0,02/0,3±0,04 ml/kg/min) sowie
Plasma-Cortisol and Growth Hormone waren signifikant höher in H verglichen mit
N, während max. Laktat (3,0±0,8/2,3±0,8 mmol/l) und rel. VO2max
(74,4±2,0/74,2±5,0%VO2max) während EX vergleichbar waren.
Der Anstieg der HSP27-Expression nach EX war deutlicher in H als in N. Andererseits war die EX-induzierte DNA-Migration und der Prozentsatz geschädigter
Zellen weniger ausgeprägt in H als in N.
Speziell die 24-h-post- EX-Werte waren signifikant unterschiedlich.
Schlussfolgerungen:
Erhöhte Umgebungstemperatur hat
einen additiven Effekt auf die belastungsinduzierte Expression von HSP27 in
Leukozyten aber nicht auf die Entstehung von DNA-Schäden. Die Umkehrbeziehung
von HSP27 und DNA-damage 24 h nach EX in den beiden Gruppen könnte auf
schützende Funktionen von HSP27 gegen belastuntsinduzierte DNA-Schäden in Bezug
auf Thermotoleranz oder Schutz vor oxidativem Stress hinweisen.
37. Deutscher Kongress
für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26.
bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Oxidativer Stress durch Hitze
Hoher oxidativer Stress der Zelle mit der Bildung von Sauerstoffradikalen
wird mit der Zellalterung, Mutationen Krebsentstehung und der
Pathophysiologie verschiedener Krankheiten in Verbindung gebracht. Wird der
oxidative Stress für die Zelle bei Belastung in Hitze größer? Kann eine hohe
Umgebungstemperatur und hohe Luftfeuchtigkeit möglicherweise die
Atmungskette entkoppeln oder antioxidative Mechanismen hemmen? Sechs
Probanden absolvierten eine wenig intensive Belastung (50 % VO2max) in
heißer und feuchter Umgebung bis eine Körpertemperatur von 39,5° C erreicht
war sowie ein weiteres Mal über die gleiche Zeit unter Kontrollbedingungen.
Der Sauerstoffverbrauch unterschied sich unter beiden Versuchsbedingungen
nicht signifikant. Endkörpertemperatur und Herzfrequenz waren unter
Hitzebedingungen signifikant höher, ebenso waren die Anstiege von
F2-Isoprostanen (FIP) und Laktat unter diesen Bedingungen höher. Der
Belastungsanstieg der Lipidhydroperoxide (LPO) war hingegen unter beiden
Versuchsbedingungen nicht unterschiedlich. Die Daten zeigen, dass große
Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit zu einem
größeren oxidativen Stress der Zelle führen, der allerdings unabhängig vom
Sauerstoffverbrauch verschiedene Lipidmarker spezifisch aktiviert. Möglich
wäre, dass die Aktivität von FIP im Gegensatz zu LPO ansteigt, weil diese
Substanz vor allem im extravasalen Gewebe gebildet wird, Plasmalipide, die
für die Bildung von LPO verantwortlich sind, sind möglicherweise gegenüber
Sauerstoffradikalen besser geschützt. Dabei könnte auch das im Plasma
vorkommende
Vitamin C eine Rolle spielen, was durch Hitze zusätzlich aktiv sein könnte,
oder auch Harnsäure.
(McAnulty SR et al.: Hyperthermia increases exercise-induced oxidative
stress. Int J Sports Med 26 (2005) 188-1929)
Jahrgang 56, Nr. 4 (2005) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Gute Tips:
http://www.gssiweb-de.com/reflib/refs/25/SSEroundtable_43_deutsch.cfm?pf=1&CFID=4414285&CFTOKEN=34511404