SALZ UND SCHWEISS

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Salze , NaCl im Blut, Infusionen , Schwitzen

Schweissverluste

Training oder Wettkampf in Wärme und Hitze : 1 - 2,5 Liter Schweiß/h
Bis zu 3,5 Liter wurden bei gutangepassten und trainierten Athleten beobachtet
Grundregel:
Infusion                                9g/l
Normaler Schweißverlust   3g/l
Angepasst                            1g/l
Sportler sind immer besser angepasst
 
Salzverluste
- Nicht akklimatisierte Athleten    920 – 2300 mg (40-100 mmol)/ Liter
- Voll akklimatisierte Athleten      115 – 690 mg (5-30 mmol)/ Liter
 -Trotzdem gibt es gut angepasste und trainierte Athleten die hohe Salzkonzentrationen im Schweiß haben (Genetik)   (Wenger , 1988)
 -2 - 5 g Salzverlust/h führt zu einem Verlust von15-30% der austauschbaren Salze
 

Auf die Bedeutung von Flüssigkeitszufuhr und Getränkeauswahl im Sport wies der Diplom-Oekotrophologe Uwe Schröder vom Institut für Sporternährung in Bad Nauheim hin. Die zu geringe Flüssigkeitsaufnahme sei der häufigste Ernährungsfehler in der Bevölkerung. Außerdem stünden in der Menge der aufgenommenen Getränke in Deutschland noch immer der Bohnenkaffee (160 Liter pro Jahr) deutlich vor den Wässern (102 l).

FLÜSSIGKEITSVERLUST UND DIE FOLGEN

> 0,5 % Durst

2 % Verminderung der Ausdauerleistungsfähigkeit

4 % Verminderung der Kraft

5 % Schwerwiegende physiologische Veränderungen

(Anstieg der Herzfrequenz, Müdigkeit, Apathie, Erbrechen, Muskelkrämpfe)

12 % Unfähigkeit zu schlucken

15-20 % Tod


Natrium
regelt den Wasserhaushalt im Körper. Es sorgt außerdem dafür, daß die Zellen für bestimmte Stoffe durchlässig werden und so mit Nährstoffen
versorgt werden können. Weitere wichtige Aufgaben sind:
       Erregbarkeit von Muskeln und Nerven
       Zellpermeabilität (Transport)
Ein Mangel führt zu:                               gestörter Wasserhaushalt
                                                             Hypotonie (Blutniedrigdruck)
In Industriestaaten ist ein Mangel selten. Grund für Mangelerscheinungen kann eine Störung der Nebennierenrinde sein. Die Nebennierenrinde
schüttet ein Hormon aus, das die Ausscheidung von Natrium und Kalium reguliert. Wird zu wenig dieses Hormons ausgeschüttet, verliert der
Körper zu viel Natrium. Durch eine Überfunktion der Nebennierenrinde befindet sich zuviel Natrium im Körper, was zu Übererregbarkeit der
Muskeln, Schwindel und Erbrechen führen kann.
Weitere Gründe für einen Natriummangel können ständig starkes Schwitzen, starke Durchfälle und starkes Erbrechen sein.
Der menschliche Körper benötigt täglich etwa 3 g Natrium. Die durchschnittliche Natriumaufnahme liegt jedoch zwischen 6 und 8 g. Natrium ist
reichlich enthalten in Flsich, Wurst  und hochverarbeiteten Lebensmitteln.
Als Bestandteil des Kochsalzes kann es bei Natrium kaum zu einer Unterversorgung kommen. Eher kommt es durch Verzehr von kochsalzreichen Lebensmitteln und Zusalzen zu einem zu hohen Verzehr an Natrium. Dieses wird bei vielen Menschen für die Entstehung eines Bluthochdrucks verantwortlich gemacht. Deshalb ist es sinnvoll, die Kochsalzzufuhr einzuschränken, besonders dann, wenn auf Kochsalz mit Blutdrucksteigerungen reagiert wird. Am einfachsten ist dies durch den Verzicht auf das Zusalzen zu erreichen, sowie die Reduktion des Verzehrs an stark kochsalzreichen Lebensmitteln wie Wurstwaren, Hartkäse, Dosengemüse und Fertigsaucen. Nur bei extremem Schwitzen kann es erforderlich sein, auf eine genügende Kochsalzzufuhr zu achten.

Chlorid
Für Chlorid gilt im Grunde dasselbe wie für Natrium. Es ist außerdem Bestandteil der Magensäure.
Weitere wichtige Aufgaben sind:  Aufrecherhaltung des osmosichen Drucks
Ein Mangel führt zu:gestörter Wasserhaushalt und eingeschränkter Magenfunktion


Auf den Ziellinien von City-Marathons behandeln Rennärzte immer mehr Sportler, die durch fleißiges Wassertrinken die ausgeklügelte Salzbalance im Körper lebensgefährlich durcheinander gebracht haben


Tod im Ziel: Lebensgefährliche Wasserüberschwemmung im Körper

Marathonläufer, die auf der Rennstrecke viel Wasser in sich hineinschütten, können ihr Leben gefährden. Das fanden Ärzte der University of California in San Francisco heraus, als sie schwer erklärbare Todesfälle bei Läufern untersuchten. Die Sportler hatten Wasser und Salze ausgeschwitzt, den Flüssigkeitsmangel aber offenbar nur mit Wasser ausgeglichen. Durch den Salzmangel trat Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das Gewebe von Lunge und Hirn über, Wassereinlagerungen (Ödeme) führten schließlich zum Tod. Früher sei die Mehrheit der Marathon-Läufer erfahren gewesen, berichtet Dr. Lewis Maharam, medizinischer Leiter beim New York City Marathon. Heute hätten die Laufneulinge viel zu wenig Praxis, kritisiert er.



Gefährliche Netz-Parolen

Auch in Deutschland erlebt die Marathonbewegung einen Boom: 81499 Teilnehmer verzeichneten die zehn größten Marathons im vergangenen Jahr - von Berlin über den Rennsteig bis nach Duisburg. Der Veranstaltungskalender von Mai bis Ende Juni listet rund dreißig solcher Langstreckenrennen in Provinzen und Großstädten. Bei diesem Run auf den Run kann die läuferische Erfahrung selten Schritt halten. Statt sich allmählich an die große Herausforderung heranzutasten, suchen Marathon-Novizen in Hunderten von Läufer-Foren im Internet nervös um Rat. Heiß und kontrovers diskutieren sie die besten Rezepte fürs Essen und Trinken auf den 42,195 Kilometern.



Menschen sind keine Kamele

Der häufigste dort nachzulesende Rat: Trinken, was rein geht. In den Tagen vor dem Rennen, währenddessen und nachher, nicht erst bei jedem Durstgefühl, sondern schon vorher. Solche Parolen bezeichnet der südafrikanische Sportwissenschaftler Tim Noakes als gefährlichen Unsinn: Menschen seien keine Kamele und könnten folglich kein Wasser speichern. Die Empfehlung, in den letzten zwei Stunden vor dem Startschuss "vorzutrinken", um im Rennen genug körpereigene Wasserreserven zu haben, führe lediglich zu einer vermehrten Ausscheidung über die Nieren. Im schlimmsten Fall könne eine Wasservergiftung entstehen, sagt Noakes. Das Durstgefühl sei der beste Indikator dafür, wie viel Flüssigkeit der Körper gerade brauche.



Überschwemmungsgefahr

Die Gefahr liegt in Salzverlusten, die der Körper nicht zurückbekommt. Schweiß besteht nur zu knapp 98 Prozent aus Wasser. Vor allem Natrium und Chlorid, aber auch Kalium, Kalzium und Magnesium gehen verloren - überwiegend aus der Blutbahn. Weil diese Salze Wasser physikalisch binden, bedeutet jeder Salzverlust eine geringere Fähigkeit, Flüssigkeit im Gefäßsystem festzuhalten. Trinken die Läufer nun viel Wasser, gelangt es über den Darm zunächst in die Blutgefäße, sickert aber kurz darauf schon in das umliegende, salzreichere Gewebe. Die Folge: Als erstes schwellen die Hände und Füße an, später dringt Wasser in das Lungengewebe und kann Atemnot verursachen. Besonders kritisch aber wird die Wasserüberschwemmung für das Gehirn, denn für Schwellungen ist im Schädel überhaupt kein Platz. Hirnödeme führen zwangsläufig zu erhöhtem Schädelinnendruck mit Bewusstseinsstörungen, Schwindel, Erbrechen und Krämpfen.



Irregeleitete Rennärzte

Die Symptome sind ganz ähnlich wie bei einer Austrocknung (Dehydrierung) - zunächst kann dies auch die behandelnden Ärzte verwirren. Infusionen mit der üblichen isotonen Salzkonzentration würden den Zustand schnell verschlechtern. Im schlimmsten Fall führt die medizinische Notfallbehandlung zum Tod. Der Ärztliche Direktor des Ironman Triathlon in Frankfurt, Dr. Klaus Poettgen, berichtete im vergangenen August von Fällen mit bedrohlichem Natriummangel (Hyponatriämie) bei zwei der 1.500 Teilnehmern der über zehnstündigen Hitzeschlacht. Beide Athleten hatten auf der Marathonstrecke entlang des Mains viel Wasser und zuckerhaltige Limonade zu sich genommen. Poettgen’s Rennärzte bestimmten als erstes den Natriumgehalt im Blut der Sportler. Beide erhielten danach Infusionslösungen mit der zehnfachen physiologischen Salzkonzentration, um das Wasser im Gefäßsystem zu binden. Ähnliche Fälle von Hyponatriämie, so berichtet das amerikanische Journal of Emergency Medicine, wurden schon drei Tage lang auf Intensivstationen künstlich beatmet.


Etwas Schwund erlaubt

Forschungen haben ergeben, dass der Darm ein Getränk mit geringem Salz- und Zuckerzusatz während der Belastung schneller aufnimmt als reines Wasser. So wird gleichzeitig dem hohen Energiebedarf und der sensiblen Salzbalance Rechnung getragen. Rennarzt Maharam empfiehlt Marathonläufern außerdem, dem Natriummangel durch eine etwas salzreichere Mahlzeit vor dem Rennen vorzubeugen und nur dann zu trinken, wenn ihnen ihr Gefühl sagt, dass sie es brauchen. Mehr als 800 Milliliter pro Stunde sollten es nicht werden, rät der erfahrene Mediziner. Wenn der Körper dabei in ein kleines Flüssigkeitsdefizit von einem bis zwei Litern gerät, ist das weniger leistungshemmend als eine Vergiftung mit Leitungswasser. Etwas Schwund ist erlaubt und gehört bei einem Extremsport wie dem Marathon allemal dazu.

Aktualisierung 12.05.2003 http://www.netdoktor.de/feature/marathon.htm


Viel Salz erhöht das Krebsrisiko
LONDON (dpa). Sehr salzhaltige Ernährung kann das Magenkrebsrisiko verdoppeln. Davor hat das britische Zentrum für Krebsforschung mit Verweis auf eine japanische Studie gewarnt. Gefährdet sind demnach Menschen, die sehr viel Salz, zwölf bis 15 Gramm am Tag, aufnehmen. Im Mittel essen Erwachsene in Deutschland knapp acht Gramm Salz.
Ein Team um Shoichiro Tsugane vom Nationalen Krebsforschungsinstitut in Kashiwa bei Tokio hat die Ernährungsgewohnheiten von 40 000 Erwachsenen in Japan elf Jahre lang beobachtet. Demnach erkranken in Japan durchschnittlich nur jeder tausendste Mann und jede zweitausendste Frau an Magenkrebs.
Bei sehr hohem Salzkonsum erkranken jedoch einer von 500 Männern und eine von 1300 Frauen - das Krebsrisiko ist also verdoppelt.
Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des "British Journal of Cancer" veröffentlicht.
Ärzte Zeitung, 09.01.2004

Salz fördert einer britischen Studie zufolge die  geistige Entwicklung von Frühgeborenen.
Schon kleine Mengen Salz, die während der ersten zwei Wochen nach der Geburt zusätzlich verabreicht würden, seien  entscheidend für die spätere Ausbildung von Sprechvermögen, Gedächtnis, Intelligenz und Koordination, hieß es in einer am Donnerstag vom Britischen  Gesundheitsverband (BMA) veröffentlichten Untersuchung. Frühgeborene Babys  benötigten mehr Natrium als Kinder, die um ihren errechneten Geburtstermin zur  Welt kommen, erklärten die Forscher von drei Londoner Kliniken in der  Fachzeitschrift "Archives of Disease in Childhood". Die Ärzte hatten 37 frühgeborene Kinder seit ihrer Geburt bis zum Alter  zwischen zehn und 13 Jahren beobachtet. 16 Kinder hatten nach ihrer Geburt  zusätzlich Salz bekommen. Sie erzielten als Teenager bei Sprach-, Intelligenz- und Koordinierungstests bis zu zehn Prozent bessere Ergebnisse als die 21 anderen Kinder, die normal gefüttert worden waren. Nach Angaben der Wissenschaftler genügt für diesen Effekt bereits eine kleine Dosis Salz von etwa einem Zwanzigstel eines Teelöffels. London, 6. März (AFP)

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