Magnesium

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Magnesium-allgemein
Magnesium ist an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Der tägliche Bedarf an Magnesium liegt bei etwa 300mg. Da der
Körper nicht in der Lage ist, Magnesium selbst zu produzieren, muß dieser wichtige Mineralstoff dem Körper durch dieNahrung
zugeführt werden. Bei körperlichem oder geistigem Streß, in der Schwangerschaft und Stillzeit, in Wachstumsphasen  und bei
Sportlern sowie im Alter kann der Bedarf erhöht sein. Magnesium ist praktisch in allen Nahrungsmitteln enthalten - selbst im Wasser.
Magnesium hat im Körper sehr viele Funktionen, z.B.: an der Muskulatur, Zentralnervensyst., Magen-Darm-Bereich und Herzmuskel.

Magnesium ist besonders reichlich enthalten in:                 Magnesium ist im Körper wichtig für:
- Hülsenfrüchten,                                                                            - die Skelettmuskulatur,
- Vollkornbrot,                                                                               - den Herzmuskel,
- Käse,                                                                                           - die Festigkeit der Knochen,
- Schokolade,                                                                                 - die Arbeit zahlreicher Enzyme, z.B. bei der Verbrennung der
- Milch.                                                                                              Kohlehydrate   und Fette und beim Aufbau von Eiweiß und
- Nüssen                                                                                             Nukleinsäuren (Träger der Erbanlagen)

 Wasser und Salz. Urquell des Lebens.
von Barbara Hendel, Peter Ferreira
Preis: EUR 20,35
Taschenbuch - 232 Seiten
Erscheinungsdatum: Oktober 2001
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Magnesium und Gesundheit 
Ana M. Lajusticia Bergasa, Ana M. Lajusticia Bergasa
Preis:  EUR 11,66 
Taschenbuch (1996)    Hier bestellen!
Kurzbeschreibung 
Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Magnesiummangel,
der Zunahme von Arthrose, Herzinfarkt und Krebserkrankungen und
viele anderen modernen Gesunheitsproblemen!

Magnesium und Calcium. 
Hans-Jürgen Holtmeier
Preis: EUR 43,97 
Taschenbuch - 256 Seiten (1995) 
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Magnesiummangel führt zu:                                                        Magnesiumüberdosierung führt zu:
- Muskelkrämpfen, z.B. Wadenkrämpfen,                                       - Stuhlerweichung,
- Magen-Darm-Beschwerden, z.B. Übelkeit,                                   -Muskelschwäche.
- nervösen Beschwerden, z.B. Kopfschmerz, Nervosität,
- Herzproblemen, z.B. Herzrhythmusstörungen,
- vorzeitigen Wehen in der Schwangerschaft,
- brüchigen Fingernägeln, kariösen Zähnen,
- Menstruationsbeschwerden.

Magnesiummangel tritt auf:
- bei kohlehydratarmer Ernährung oder Diäten,
- in der Wachstumsphase bei Jugendlichen,
- bei Alkoholmißbrauch,
- durch Streß,
- bei Sportlern,
- bei Abführmittelmißbrauch, Erbrechen,
- bei langanhaltenden Durchfällen,häufig in der Schwangerschaft und Stillzeit, da in dieser Zeit 450-500mg Magnesium täglich benötigtwerden.
Dieser Bedarf kann über die Ernährung nur schwer gedeckt werden.
Das erste Anzeichen eines Magnesiummangels in der Schwangerschaft ist das Auftreten von Wadenkrämpfen.

Magnesiumpräparate
-Es gibt Magnesiumpräparate als Tabletten, Kau- oder Lutschtabletten, Granulat oder Injektionslösungen in unterschiedlichen
  Dosierungen und mit unterschiedlichen - Magnesiumsalzen. Es gibt auch Kombinationspräparate mit Calcium und/oder Kalium.
- Die Einnahme von Magnesium hilft bei nächtlichen Wadenkrämpfen.
- Magnesium kann vorbeugend gegen Thrombose, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen, Nierensteine und
  zu hohen Cholesterinspiegel eingenommen werden.
- Bestimmte Magnesiumsalze wirken als sog. Antazida gegen überschüssige Magensäure (Sodbrennen).
- Magnesiumsulfat (Bittersalz) wirkt als Abführmittel (Verstopfung).
- In der Schwangerschaft wird Magnesium bei vorzeitigen Wehen eingesetzt.

Das sogenannte "Anti-Stress-Mineral" Magnesium wird in allen Belastungsphasen vermehrt ausgeschüttet, umgekehrt erhöht  ein bestehender Magnesiumsmangel die Stressempfindlichkeit. Magnesium. Der Mineralstoff ist an mehr als 350 Stoffwechsel-  prozessen im Körper wesentlich beteiligt und nimmt daher auch eine Schlüssel-funktion bei der Bereitstellung von Energie im  Körper ein. Magnesium kontrolliert auch das gesunde Funktio-nieren des gesamten Muskelapparates, es steuert die  Reizübertragung auf Muskeln und Nerven. Bei ein-seitiger Ernährung (eiweiss-, fleischbetonte Kost, regelmässiger  Alkoholkonsum) kann es schnell zu einer Magnesium-Unterversorgung kommen. Risikogruppen aufgrund des vermehrten  Bedarfes sind generell Sportler sowie Schwangere und Stillende. Auch Durchfallerkrankungen und gewisse Medikamente  (Abführ- und Ent-wässerungsmittel) gefährden das Magnesium-Gleichgewicht. Calciummangel ist sehr häufig anzutreffen  und in erster Linie ernährungsbedingt. Heranwachsende, Frauen und Senioren sind besonders betroffen.
Symptome:
Magnesiummangel hat u. a. Auswirkungen auf das Nervensystem, und zeigt sich in Konzentrationsstörungen, depressiven  Verstimmungen, Muskelkrämpfen (Wadenkrämpfe), wechselweise Verstopfung und Durchfall, Störungen des Herz-Kreislauf-  Systems. Da in der Regel nur 30 % des Nahrungsmagnesiums vom Körper aufgenommen werden, ist eine ausreichende Zufuhr  des Biominerals Magnesium in allen Phasen erhöhten Bedarfs wichtig. Wichtig! Sportler, Schwangere und Stillende haben einen  2- bis 3-fach erhöhten Bedarf: ca. 600 - 900 mg Magnesium pro Tag.

                 



Magnesium: Allgemeine Hinweise Magnesium ist das vierthäufigste Kation im menschlichen Körper. Es findet sich zu 60 % im Skelett, zu 1 % in der extrazellulären  Flüssigkeit, und der Rest liegt intrazellulär. 30 % des Magnesiumbestandes befindet sich in der Muskulatur. Magnesium aktiviert  zahlreiche Enzyme, besonders die des Energiestoffwechsels, und spielt im Rahmen der Membranphysiologie, bei der neuromuskulären Reizübertragung an den Synapsen sowie bei der Muskelkontraktion eine wichtige Rolle. Der Magnesiumbestand  des Neugeborenen beträgt 0,7 g, bei 5jährigen 5 g und bei Erwachsenen ca. 20 g. 35-55 % des zugeführten Magnesiums werden  resorbiert. Dabei wird ein spezieller Mechanismus vermutet, da eine erbliche isolierte Magnesiumresorptionsstörung  (Hypomagnesiämie) bekannt ist. Die Resorptionsquote wird durch die angebotene Menge und die Löslichkeit des Salzes,  durch den Phytatgehalt und durch den Ballaststoffgehalt der aufgenommenen Nahrung beeinflußt. Überschüssig aufgenommenes Magnesium wird in erster Linie durch die Nieren ausgeschieden. Die Regelung erfolgt im Nierentubulus. Parathormon und Vitamin D wirken direkt oder indirekt auf die Magnesiumkonzentration im Blut, jedoch ist der  Regelmechanismus nicht genau bekannt.  Ein erwachsener menschlicher Körper enthält 20 -30 g Magnesium. Es ist vitaler Bestandteil von über 300 Enzymen  wie auch der Knochen. Es ist notwendig um Glycogen zu verbrennen ( Energiegewinnung ), den genetischen Code zur  Proteinherstellung zu liefern, für den Transport von Nerven- und die Muskelimpulse zu sorgen, die Verkalkung von  weichem Gewebe zu verhindern und den pH-Wert zu regulieren. Zugaben von Magnesium können Reizbarkeit,  Schwindel, Muskelschwäche und frühzeitige Wehen verhindern. Es kann Herzrythmusstörungen eliminieren und die  Artereien gegen den Stress durch Blutdruckschwankungen stützen. Einige Notfallsituationen in Krankenhäusern geben  Magnesiuminjektionen bei Herinfarktpatienten.
Beeinfussung der Mg-Aufnahme:
( - ) exzessive Aufnahmen von Fett, Protein, Kalzium und D.
( +) B6, Protein, Kalzium, C, D.
Effektive tägliche Dosen liegen zwischen 400 - 800mg.
Magnesium ist ein Beispiel dafür, daß eine Zufuhr, die über der empfohlenen Menge von etwa 350 mg liegt, positive Wirkung zeigen könnte. In einfachen Tierversuchen wurde beobachtet, daß zusätzliche Magnesiumgaben gegen Streß schützen können und Schäden am Herzen mindern. Es bestehen Hinweise, daß Magnesium auch beim Menschen in ähnlicher Weise positive Wirkung zeigt. Hierzu sind nicht unbedingt Mg-Präparate notwendig. Mit einem hohen Anteil magnesiumreicher pflanzlicher Nahrungsmittel in der täglichen Ernährung ist es leicht möglich, auf eine Zufuhr von bis zu 800 mg Magnesium pro Tag zu kommen. Die Resorption des Magnesiums ist aus Vollkorngetreide und ähnlichen Lebensmitteln zwar häufig schlechter, doch die Versorgung immer noch besser als bei einer Ernährung, die reich an Fetten, Zuckern und hochausgemahlenen Getreiden ist. Gemüse ist ebenfalls ein guter Magnesiumlieferant, allerdings kann es hier durch Wässern, Blanchieren und Kochen in viel Wasser zu starken Auslaugverlusten kommen, wenn das Wasser nicht mehr weiterverwendet wird.
Magnesium: Bedarf - Erwachsene
In Bilanzstudien wurde der Bedarf des Erwachsenen an Magnesium mit 3,0-4,5 mg/kg Körpergewicht und Tag ermittelt. Die RDA  geben für Erwachsene beiderlei Geschlechts 4,5 mg/kg u. Tag an. Die durchschnittliche Magnesiumzufuhr in der Bundesrepublik  Deutschland beträgt derzeit etwa 330 mg für Frauen und 410 mg für Männer täglich. Die exakte Angabe der empfehlenswerten  Magnesiumzufuhr ist nicht möglich. Die in der Tabelle angegebenen Werte beruhen auf Bilanzuntersuchungen oder entsprechen  den Empfehlungen anderer Länder mit vergleichbaren Ernährungsgewohnheiten.

Resorption
Nutritive Dosen von peroral verabreichtem Magnesium werden zu etwa 30%, hauptsächlich im Dünndarm, resorbiert, der Rest  verlässt den Organismus mit den Fäzes. Verteilung und Ausscheidung des resorbierten Magnesiums unterliegen der  physiologischen Homöostase, wobei die Ausscheidung überwiegend durch glomeruläre Filtration in den Nieren erfolgt.  Die Ausscheidung wird durch tubuläre Reabsorption beschränkt. Diese unterliegt der Konkurrenz durch Kalzium. Als  Normbereich des Plasmaspiegels wird ein solcher von 0,8-1,1 mmol/l angegeben. 32% des Magnesiums sind an Proteine  gebunden, 55% liegen in ionisierter Form vor. Im Falle einer Niereninsuffizienz besteht Kumulationsgefahr. Bei Diarrhoe, Malabsorption, Alkoholismus und Diabetes mellitus kann die Resorption vermindert sein.
Magnesiumreiche Lebensmittel
Magnesium ist vor allen Dingen in Getreideprodukten, Milchprodukten, Nüssen, Fleisch und in Hülsenfrüchten enthalten. Es ist
wichtig für die Erregbarkeit der Muskeln und für die Muskelkontraktion. 100g Vollkornreis und 3 Scheiben Vollkornbrot decken
den Magnesium-Tagesbedarf eines Erwachsenen von 300 - 350 mg.
Magnesium - Funktion
Aufbau der Knochensubstanz
Muskelfunktionen
Nervenreizbarkeit
Herz-Kreislauf
Aktivator von mehr als 300 Enzymen und der Eiweissynthese

Magnesium - Aufnahme/Bedarf/empfohlene Zufuhr
Mittlere tägliche Aufnahme: 30-40 mmol (=729-972 mg)
Richtwerte für die tägliche Zufuhr:
Männer 350 mg
Frauen 300 mg
Schwangere 400-450 mg
Stillende 450-500 mg


Anfrage zum Resorptionsproblem
1.  Klaus Poettgen schrieb:
> Welche Menge ist dei optimale pro Einmaleinnahme ,damit mit Tablettensubstitution beim Sportler nicht zuviel
ausgeschieden wird?
> Es gibt Anbieter von 40 mg(Verla) über 130.....bis zu 300mg  Brausetabletten   MFG
Antwort
Dr. med. Jochen H. Kubitschek
Arzt fuer Allgemeinmedizin, Psychotherapeut,  Medizinjournalist und Internet-Publizist  Physician (GP), internet publisher and medical writer)
*******************************
Sehr geehrter Herr Poettgen,
Ihre Frage kann niemand beantworten - wenn er ehrlich ist. Da Menschenversuche nicht erlaubt sind, müssen viele wissenschaftlichen Daten als das bezeichnet werden was sie wirklich sind: "ueber den Daumen angepeilte Schaetzungen und Spekulationen". Das erklaert, warum Sie mit so unterschiedlichen Empfehlungen konfrontiert werden. Also bleiben sie mit der Einnahme irgendwo in der Mitte, dann wird es schon gutgehen.....
Mit freundlichen Gruessen/Best regards
Dr. med. Jochen H. Kubitschek , Jochen H. Kubitschek M.D.
- Arzt und Wissenschaftsjournalist -
 
2.Antwort
Sehr geehrter Herr Poettgen,
die empfohlene Tageszufuhr liegt bei 300-350 mg Magnesium pro Tag. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, erreichen Sie diesen Wert durch Ihr Essen und Trinken. Die empfohlene Menge enthält bereits Sicherheitszuschläge.Im Durchschnitt wäre es also so, dass sie die darüber liegende Menge ausscheiden würden. Dann wäre es egal, ob sie 40, 100 oder 300 mg substituieren. Je höher die zusätzlich gegebene Menge, um so mehr geht raus. Einen optimalen Einmalwert für die Magnesiumaufnahme gibt es nicht. Wieviel ausgeschieden wird, hängt davon ab, wie gut ihr Körper insgesamt versorgt ist und wieviel er resorbiert. Wenn sie auf ein gesundes Essen achten, sind niedrig dosierte Mineralstoff-Substitute geeigneter. Aber auch 300 mg, also die doppelte Aufnahmemenge ist nicht schädlich. Nur der Nutzen ist nicht belegt.
Mit freundlichen Grüßen
i.A.  Andrea Moritz  Dr. Andrea Moritz  Friedrich-Ebert-Str. 3  53177 Bonn  Tel.:0228-8499-132  Fax: 0228-8499-2132  internet: www.aid.de
3. und beste Antwort  Date: 11/19/1999 11:25 am (Friday)  From: Angela Seidl Dr.  To: MD-Verla.API:klaus.poettgen@usa.net  Subject: Antw: Magnesium
Sehr geehrter Herr Dr. Pöttgen,  es ist richtig, daß die Magnesiumresorption mit steigender Einnahmemenge abnimmt. Fine et al. (J.Clin.Invest. 88 (1991) 396-402) haben dies in Ihrer Studie untersucht.  Während bei einer Einnahme von 120 mg noch ca. 35% resorbiert werden sinkt die Resorption bei  Einnahme der kompletten Tagesdosis von 360 mg auf ca. 18%.  Wir hoffen, daß Ihnen unsere Antwort genau genug ist und grüßen Sie herzlich 
Dr. Angela Seidl  Verla-Pharm  Hauptstr.98   82327 Tutzing

Mineralien.
Das Erfolgsprogramm.

von Andreas Jopp, Ulrich Strunz
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Gebundene Ausgabe - 223 Seiten
Erscheinungsdatum: September 2003

 
Wasser und Salz. Urquell des Lebens.
von Barbara Hendel, Peter Ferreira
Preis: EUR 20,35
Taschenbuch - 232 Seiten
Erscheinungsdatum: Oktober 2001
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                   Zusammenfassung wichtiger Studien über Magnesium und Kalium
                  Kalium und Magnesium sind für den Sportler die wichtigsten Elektrolyte, da der erhöhte Bedarf
                   (im Gegensatz zu Natriumchlorid) über die Nahrung nur selten genügend gedeckt werden kann.
                   Ein Mangel dieser Mineralien äussert sich in einer schnelleren Ermüdbarkeit, einer verringerten
                   Reaktionsfähigkeit und in Muskelkrämpfen.

                   Eine Untersuchung bei 23 Tennisspielern (darunter 8 Leistungsspieler) ergab folgende
                   Resultate [41]: Nach 3 Wettkampfspielen innert 2 Tagen nahmen der Serumspiegel an Kalium
                   um 2-14% ab, derjenige an Magnesium um 6-9%. Bei den Leistungsspieler war die Abnahme
                   teilweise noch ausgeprägter. Die Spiegel an Natrium und Calcium blieben bei beiden Gruppen
                   konstant oder nahmen sogar zu !

                   Zwei neuere Untersuchungen zeigen ähnliche Ergebnisse : Im einen Fall [42] wurde bei 10
                   Eisschnelläufern der Weltspitze die Auswirkungen einer hochintensiven vierwöchigen
                   Trainingsphase auf die Serumkonzentrationen verschiedener Vitamine, Mineralstoffe und
                   Spurenelemente untersucht. Trotz sportartgerechter Ernährung wurden nach dieser
                   Trainingsphase signifikante Abnahmen bei den Magnesium- und Kupferkonzentrationen
                   beobachtet, während Calcium- und Vitamin-D-Konzentrationen erhöht waren. Die Serumwerte
                   für Kalium blieben trotz leichtem Anstieg in dieser Phase unter dem Normbereich ! Im Rahmen
                   der folgenden, weniger intensiven Trainingsphasen wurde den Athleten täglich eine Einmaldosis
                   eines Kombi-Präparates (12 Vitamine, 5 Mineralien, 4 Spurenelemente) verabreicht. Trotz
                   zusätzlicher Einnahme von Kalium und Magnesium lagen die Serumspiegel immer noch
                   unterhalb des Referenzbereiches. Der Vitamin-C-Status nahm in dieser Phase kontinuierlich
                   ab. Die Mengen dieser Substanzen waren im verwendeten Kombi-Präparat also zu gering, um
                   eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten.

                   Eine grossangelegte Studie bei 1813 Fussballspielern, 223 Hockeyspielern sowie 46 Bob- und
                   Rennrodelsportlern wurde im Zeitraum von 1992-1995 durchgeführt [43] : Man stellte fest, dass
                   die Serum(s)- und Erythrozyten(e)-Konzentrationen an Mineralien bei Leistungssportlern im
                   Vergleich zu Referenzwerten für die „Normalbevölkerung" deutliche Abweichungen zeigten.
                   Besonders erniedrigte Werte wurden für e-Magnesium, s-Magnesium und s-Kalium festgestellt,
                   während der Wert für e-Zink erhöht war.

                   Diese 3 Studien belegen die eminente Wichtigkeit einer ausreichenden Kalium- und
                   Magnesium-Versorgung für den Sportler !

Magensium/Kalium LITERATURVERZEICHNIS
[41] Eisenlauer H.G.: Über das Verhalten der Serumelektrolyte Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium bei Tennisspielern unter turnierähnlichen Bedingungen; Diss. Uni Köln, 1988
[42] Reinke C., Smasal V., Golly I.: Der Einfluss leistungssportlicher Belastung auf die Serumkonzentrationen von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen unter Normalbedingungen und zusätzlicher Mikronährstoff-supplementierung; Prakt. Sport-Traumatol. u. Sportmed., 10 (1994) 154-164
[43] Scheidtweiler C.E., Muecke S., Liesen H.: Kalium, Magnesium und Zink im Blutserum und in Erythrocyten von Spiel- und Schnellkraftsportlern: Referenzintervalle und Einflussfaktoren im Jahresverlauf; Dt. Z. für Sportmedizin; 46 (1995) Sonderheft S2 S. 499-505


     

Grünes Gemüse beugt Wadenkrämpfen vor             Magnesium
Schon 1932 haben Mediziner die Bedeutung eines Magnesiummangels erkannt: erhöhte Streßanfälligkeit, Herzrhythmusstörungen und krampfartige Muskelbeschwerden. Ausgelöst durch eine immer größer werdende Anzahl synthetischer Arzneimittel geriet Magnesium  als natürliches Heilmittel jedoch in Vergessenheit. Heute ist der Markt übersättigt mit Medikamenten, deren Wechsel- und Neben-wirkungen selbst fiir Fachleute kaum noch zu überschauen sind. So gewinnt Magnesium - preiswert und nahezu frei von Nebenwirkungen - inzwischen wieder an Bedeutung. Neben Kalium ist Magnesium das wichtigste Mineral in der Zelle. Seine Konzentration  im Blutplasma ist 13mal niedriger als innerhalb der Zellen. Da der Organismus nur 25 Gramm Magnesium speichern kann, ist die  Gefahr einer Unterversorgung besonders hoch. 60 Prozent des Magnesiumgehalts im Körper befinden sich in den Knochen und  können bei Mangel von dort relativ schnell freigesetzt werden. Etwa 35 Prozent sind in Herz, Skelettmuskeln und Leber zu finden,  ein bis fünf Prozent in den Körperflüssigkeiten wie Blut, Magensaft, Galle, Lymphe und Urin. Das Herz weist von allen Organen den  höchsten Magnesiumgehalt auf. Dementsprechend hat Magnesium eine Schutzwirkung vor allem bei Herzerkrankungen:  Herzinsuffizienz, koronare Arteriosklerose, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen. Nach Herzinfarkten sind Magnesiuminfusionen  heute medizinischer Standard. Der tägliche Bedarf an Magnesium wird mit 300 bis 400, mindestens jedoch mit 200 Milligramm  angegeben. Ein Mehrbedarf entsteht in Schwangerschaft und Stillzeit, bei schweißtreibenden Sportarten, Gebrauch von Abführ- und  anderen Arzneimitteln, durch Stoffwechselstörungen, Streß, Diätkuren, bei älteren Menschen und bei chronischem Durchfall oder  Erbrechen.Alkohol fördert die Magnesiumausscheidung durch die Nieren. Alkoholiker zeigen demnach die typischen Magnesium  Mangelerscheinungen wie Herz- und Muskelschwäche und -schmerzen, Nervosität, Depression, Leistungsminderung, gestörte  Funktionen der Leber und Bauchspeicheldrüse.Magnesium ist wichtig für die Aktivierung von über 300 Enzymen. Ohne Magnesium  ist die Eiweißsynthese im Stoffwechsel gestört, die Fettspaltung verläuft nicht optimal, und der Blutzucker wird nur ungenügend  abgebaut. Durch die starke Verwendung von Kalidüngern sind die Böden in unseren Breiten an Magnesium verarmt. Deshalb ist in  pflanzlichen Lebensmitteln heute weniger Magnesium enthalten als früher. Zudem gibt es Magnesiumverluste durch das Kochen: Das  Mineral geht in das Kochwasser über und wird damit meistens weggegossen. Eine Ergänzung der Nahrung durch Magnesiumsalze hat  besonders günstige Auswirkungen bei allen Herzerkrankungen, bei Bluthochdruck, Muskelschmerzen,Störungen der Leber und der  Bauchspeicheldrüse. Magnesiumreich sind alle grünen Gemüse und Salate (glatte Petersilie enthält mehr Magnesium und Vitamin C   als die gekrauste), Hülsenfrüchte,Vollkornbrot, Nüsse, Milch, Sesam- und Leinsamen, Weizenkeime, Sojabohnen und  magnesiumhaltige Mineralwässer. Zuviel Ballaststoffe, Kalzium,Phosphat, zuviel Fett und Eiweiß, Alkohol und ein Mangel an den  Vitaminen B1 und B6 hemmen die Aufnahme von Magnesium. Es kann dagegenkaum überdosiert werden. Die einzige, wenngleich  ungefährliche Erscheinung höherer Magnesium-Dosierung ist ein weicherer Stuhl. Und das ist eine Nebenwirkung, die viele Menschen  sogar zu schätzen wissen.


Magnesium-Verschiebungen nach akuter erschöpfender Belastung Mooren F Ch, Lechtermann A, Fromme A, Thorwesten
L, Völker K  
Institut für Sportmedizin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster 1999
Magnesium Mg ist neben Kalium häufigstes intrazelluläres Kation mit modulierenden und katalysierenden Eigenschaften in einer Vielzahl  von Stoffwechselprozessen, z.B. der Glykolyse, und intrazellulären Signalvorgängen und der Regulation von Ionenkanälen und -transportern.  Bisher gibt es widersprüchliche Aussagen zu seiner Regulation unter körperlicher Belastung. In der vorliegenden Untersuchung wurden die  Veränderungen von freiem Magnesium und Gesamtmagnesium in verschiedenen Kompartimenten nach einer stufenweisen Laufbandergometerbelastung  mittels Fluoreszenzspektroskopie, ionen-sensitiven Elektroden und Photometrie bestimmt. Im Vollblut und Serum kam es am Ende der Belastung,  zu einem Abfall der freien Mg-Konzentration um ca, 0,03 mmol/l bzw. 0,05 mmol/l, während die totale Mg-Konzentration unverändert blieb.  Umgekehrt fand sich in Thrombozyten ein Anstieg der freien Mg-Konzentration um ca. 0,1 mmol/l.  Die intrazeeluläre Konzentration in Erythrozyten  stieg ebenfalls nach Belastung. Die vorliegende Studie zeigt erstmals, daß es unter akuter körperlicher Belastung zu gegenläufigen Veränderungen der extra- und intrazellulären freien Mg Konzentration kommt.. Das Ausmaß dieser  Veränderungen der stoffwechselaktiven Fraktion des Gesamt MG sollte Effekte auf  intrazelluläre Signalübertragungsprozesse und Stoffwechselabläufe haben.


Gute Therapieerfolge mit Magnesium bei Kindern mit Asthma
25.10.2000 - Kinder mit mittelschweren bis schweren Asthmaanfällen zeigten deutliche Behandlungserfolge nach Infusion von 40 Milligramm Magnesiumsulfat (MgSO4) pro Kilogramm Körpergewicht. In der doppelt-blinden Plazebo-kontrollierten Studie wurden 30 Patienten im Alter von 6 bis 18 Jahren untersucht. Messungen der Atemparameter 20 und 110 Minuten nach Beginn der Infusion zeigten bei der Gruppe die MgSO4 erhielt 10- bis 20-fach
bessere Ergebnisse als in der Kontrollgruppe. So lag z.B. das forcierte Expirationsvolumen innerhalb einer Sekunde (FEV1) nach 20 Minuten bei 7,0% in der MgSO4-Gruppe gegenüber nur 0,2% in der Kontrollgruppe; nach 110 Minuten lag der FEV1-Wert bei 24,1% beziehungsweise bei 2,3%. Während alle Kinder in der Kontrollgruppe ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten, konnten 8 von 16 Kindern (50%), die MgSO4 erhalten hatten, nach der Behandlung nach Hause gehen. (Quelle: Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, in Englisch)


Magnesium und Herzinfarkt
In Großbritannien läuft seit 12 Jahren eine Studie mit über 2000 Teilnehmern über die Auswirkungen von Magnesium auf Herz und Kreislauf.
Ergebnis: Die Probanden mit hohem Magnesiumkonsum hatten ein um 50% niedrigeres Risiko für Herzinfarkte, Angina pectoris und Koronarsklerose. Eine Erklärung dafür könnte sein, daß Magnesium die Viskosität des Blutes verbessert, indem es die Blutgerinnung und damit die Entstehung von Thromben vermindert.
Wenn Sie unter einer Herzerkrankung oder Nierenproblemen leiden, sollten Sie Magnesium nur nach Konsultation Ihres Therapeuten nehmen. Da eine enge Korrelation zwischen Calcium und Magnesium besteht, sollte man die beiden Mineralstoffe im richtigen Verhältnis zueinander einnehmen, nämlich 2 (Ca) zu 1 (Mg). Dies sollte man berücksichtigen, wenn man zur Osteoporoseprohylaxe Calcium nimmt. Eine Tagesdosis von 300 bis 400 mg Magnesium wird empfohlen.

Muskelkrämpfe: Natriumhaltiges Mineralwasser beugt vor
Bonn (dpa) - Wer viel Sport treibt, sollte natriumhaltiges Mineralwasser trinken. Je mehr der Körper schwitze, desto höher sei sein Bedarf an dem Mineralstoff, teilt die Organisation Deutsche Heilbrunnen in Bonn mit. Natrium lotse Kohlenhydrate durch den Körper und sorge so für die nötige Energie beim Sport. Natriummangel könne dagegen zu Muskelkrämpfen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und niedrigem Blutdruck führen. Sportler sollten zudem auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr achten. Geeignet seien Heilwässer mit mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter. Der Mineralstoff sei an der Aktivität der Muskeln und am Energiestoffwechsel beteiligt, heißt es weiter. Muskelkater mildern könne Hydrogencarbonat, das in einer Konzentration von mehr als 1300 Milligramm pro Liter in dem Wasser enthalten sein sollte.  6. April 2002


 

Magnesiumstatus bei Ausdauersportlern
P. Saur1, M. Joneleit1, H. Tölke1, V. Pudel2, P. D. Niedmann3, D. Kettler1
Evaluation des Magnesiumstatus bei Ausdauersportlern
1 Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin, 2 Ernährungspsychologische Forschungsstelle und
3 Abteilung Klinische Chemie, Georg-August-Universität Göttingen
Jahrgang 53, Nr. 3 (2002) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 73
Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung des Magnesium- Haushalts von Ausdauersportlern. Es sollte geklärt werden, ob Sportler häufiger einen Magnesiummangel aufweisen als Personen, die keinen Ausdauersport betreiben. Zusätzlich wurde geprüft, ob alimentäre Faktoren ursächlich für die Entstehung des Magnesiummangels sind. Dazu wurden 50 Probanden im mittleren Alter von 25 Jahren in die randomisierte, prospektive Untersuchung aufgenommen. Anhand eines Fahrradergometertests wurden die Frauen mit einer aerob-anaeroben Schwelle über 2,4 W/kg (n=7) und Männer über 2,6 Watt/kg (n=18) der Gruppe der Ausdauersportler zugeteilt, die anderen 25 Probanden bildeten die Kontrollgruppe (8 Frauen und 17 Männer). Die Sportler gaben einen Trainingsumfang von mindestens 9 Stunden pro Woche und die Probanden der Kontrollgruppe von unter 9 Stunden pro Woche an. Da frühere Studien gezeigt hatten, dass eine im Normbereich liegende Serum-Magnesiumkonzentration einen Magnesiummangel nicht ausschließt und genauere Aussagen über den Magnesiumstatus die Magnesiumretention anhand eines Magnesium-Loading-Tests ermöglicht, wurden zusätzlich die Magnesiumretention, die Plasma-Magnesiumkonzentration, ionisierte Fraktion des Plasma-Magnesiums, erythrozytäre Magnesiumkonzentration, renale Magnesiumexkretion und orale Magnesiumzufuhr gemessen. Die mithilfe des intravenösen Magnesium-Belastungstests erhobenen Magnesiumretentionen der Kontrollgruppe lagen im Mittel niedriger als die der Ausdauersportler. Unterschiede der Mittelwerte der Plasma-Magnesiumkonzentrationen, ionisierten Fraktionen des Plasma-Magnesiums und der erythrozytären Magnesiumkonzentration beider Gruppen ergaben sich nicht, während die Ausdauertrainierten im Mittel signifikant mehr Magnesium renal ausschieden und mehr Magnesium oral zuführten als die Kontrollgruppe. Die Studie bestätigte somit, dass Ausdauersportler häufiger einen Magnesiummangel aufwiesen als Personen, die keinen Ausdauersport betrieben. Dieser Mangel wurde verursacht durch eine erhöhte renale Magnesiumausscheidung. Obwohl die Sportler eine erhöhte Magnesiumzufuhr durch die Nahrung zeigten, reichte die zugeführte Magnesiummenge nicht aus, den Magnesiumstatus ausgeglichen zu halten.

Einleitung
Magnesium ist nach Kalium das zweithäufigste intrazelluläre Kation im menschlichen Organismus überhaupt. Eine optimale Versorgung der Zellen mit Magnesium ist eine Grundvoraussetzung für eine maximale Leistungsbereitschaft des Organismus, weil nahezu alle enzymatischen Reaktionen im Energiestoffwechsel magnesiumabhängig sind. Weiterhin übt Magnesium eine wichtige Funktion bei den Regenerationsvorgängen des Organismus nach starker Belastung aus und schützt den Organismus somit gegen Überlastung (12, 13). Die hohen physischen und psychischen Belastungen, denen Sportler unterliegen, begünstigen die Entwicklung eines Magnesiummangels, indem der Magnesiumverlust durch verstärkte Schweißverluste oder renale Magnesiumausscheidung erhöht oder der Magnesiumverbrauch durch einen beschleunigten Stoffwechsel gesteigert wird (16). Eine weitere Ursache für einen Magnesiummangel könnte in einer reduzierten oder inadäquat niedrigen Magnesiumzufuhr durch die Nahrung liegen.

Problem und Zielsetzung
Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung des Magnesium- Haushalts von Ausdauersportlern, weil diese aus verschiedenen Gründen für einen  Magnesiummangel prädestiniert sind. Es sollte geklärt werden, ob und wodurch bedingt
Sportler häufiger einen Magnesiummangel aufweisen als Personen, die keinen Ausdauersport betreiben. Zusätzlich wurde geprüft, ob alimentäre Faktoren ursächlich für die Entstehung des Magnesiummangels sind.

Material und Methode
Die vorliegende Untersuchung zur Evaluation des Magnesium- Status bei Ausdauersportlern wurde nach Genehmigung der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen durchgeführt. Einschlusskriterien für die Teilnahme an der Studie waren:
• Sportler und untrainierte Probanden
• Alter zwischen 14 und 65 Jahren.
Ausschlusskriterien waren:
• Hypermagnesiämie
• Unverträglichkeit gegen Magnesium-Hydrogenaspartat
• Schwangere und stillende Frauen
• klinisch signifikante hepatische, renale, endokrine, kardiovaskuläre und psychische Dysfunktionen
• regelmäßige Medikamenten- und Elektrolyteinnahme
• Antibiotika-, Diuretika- oder Laxantieneinnahme innerhalb der letzten 7 Tage
• Teilnahme an einer klinischen Prüfung innerhalb der letzten 12 Wochen.

Demographische Daten der Probanden sind in Tabelle 1 dargestellt.

Durchführung der Fahrradergometrie mit Laktat-Stufentest
Zur quantitativen Beurteilung des aktuellen, individuellen Trainingszustandes im Bereich der aeroben Ausdauer wurde ein Laktat-Stufentest am Fahrradergometer
(Case 15, Ergoline, Fa. Marquette-Hellige) durchgeführt. Begonnen wurde mit einer Belastung von 50 Watt. In Intervallen von drei Minuten wurde die Belastung jeweils um weitere 50 Watt gesteigert. Durch die Laktatbestimmung vor Beginn der Ergometrie sowie jeweils 30 sec vor Beendigung einer Belastungsstufe
(Dr. Lange Küvetten-Tests LKM 140) wurde die aerob-anaerobe Schwelle bei 4 mmol/l ermittelt und der Quotient (Q) aus der Wattzahl der aerob-anaeroben Schwelle (W) und dem Körpergewicht des betreffenden Probanden errechnet (23). Während der Fahrradergometrie wurden ein 12-Kanal-Ruhe- sowie ein Belastungs-EKG aufgezeichnet sowie jeweils 45 Sekunden vor Beendigung einer Belastungsstufe maschinell der Blutdruck nach der Riva-Rocci- Methode gemessen. Als Zeichen der Ausbelastung wurden die subjektive Erschöpfung der Probanden und ein Abfall der Tretfrequenz unter 60 U/min als Zeichen einer muskulären Erschöpfung gewertet und führten zum Abbruch der Ergometrie.
Einteilung der Gruppen
Besonderheiten bei der Durchführung des Laktat-Stufentests aufgrund technischer Gegebenheiten machten es nötig, eigene Referenzwerte zu erstellen, nach denen sich die Gruppeneinteilung richtete. Aufgrund der errechneten relativen ergometrischen Leistungsfähigkeit ergab sich eine Differenzierung der Ausdauersportler und der Kontrollgruppe bei 2,6 W/kg für Männer und 2,4 W/kg für Frauen. Zusätzlich zur Quantifizierung der aktuellen Leistungsfähigkeit mittels des ergometrischen Laktattests wurden die Häufigkeit des Trainings (Stunden pro Woche) und die subjektive Beanspruchung des Probanden während des Trainings mit Hilfe einer numerischen Skala von 0 (subjektiv nicht beansprucht) bis 3 (subjektiv stark beansprucht) erhoben. Der Gruppe der Sportler wurden die Probanden zugeteilt, welche nach ihren Leistungen im Laktattest einen Quotienten oberhalb der Grenzwerte erreichten, einen Trainingsumfang von mindestens 9 Stunden pro Woche hatten und auf die Frage der subjektiven Beanspruchung durch ihr Training mindestens einen Wert von drei auf der Skala angaben. Die Kontrollgruppe rekrutierte sich aus den Probanden, die im ergometrischen Laktattest unterhalb des Grenzwert-Quotienten lagen, die einen Trainingsaufwand unter 9 Stunden pro Woche aufwiesen und die die subjektive Trainingsbeanspruchung geringer als 3 angaben. Bei der Festlegung der Gruppenzuordnung wurde der altersabhängige Rückgang der fahrradergometrischen Leistungsfähigkeit aufgrund der geringen Altersspanne und kleinen Standardabweichung des Alters der Probanden nicht miteinbezogen.

    Frauen     Männer    
  S N=7 K N=8 Signifikanz p   S  N=18 K N=17
 
Signifikanz p
Alter (Jahre) 19,9 (3,1) 25,6 (4,1) <0,05   26,0 (3,8)
 
26,9 (2,2)
 
n.s.
 
Größe (cm) 171,9 (4,8) 170,0 (8,5)
 
n.s.   183,4 (7,6)
 
182,1 (6,4)
 
n.s.
 
Gewicht (kg) 59,8 (4,6) 60,1 (8,9)
 
n.s.
 
  76,1 (8,4)
 
77,0 (7,7)
 
n.s.
 
rel. Leist.(W/kg)
bei 4 mmol Lac
2,6 (0,3) 2,0 (0,3)
 
0,01
 
  2,9 (0,5)
 
2,2 (0,5)
 
0,001
 

Tabelle 1: Demographische Daten der Sportler (S) und der Kontrollgruppe (K)
Blut- und Urinproben
Die Diagnostik der Magnesiumkonzentration im Vollblut, Plasma und in den Erythrozyten wurde nach den gültigen Standardmethoden der Deutschen Gesellschaft für klinische Chemie durchgeführt. Im Vollblut wurde das ionisierte Magnesium (Novastat profile ultra) analysiert. Anschließend wurde die Blutprobe 2 min bei 10.000 U/min zentrifugiert (Eppendorf Centrifuge 5415) und das Plasma abpipettiert. Das Plasma sowie der erythrozytäre Anteil wurden bis zur weiteren Analyse bei -20 °C eingefroren. Die Bestimmung der Magnesiumkonzentrationen im Plasma, den Erythrozyten und im Urin erfolgte mittels der Atomabsorptions- Spektralphotometrie (AAS) an einem Spektrophotometer (Perkin Elmer Zeeman 5100). Nach dem Auftauen, der Zentrifugation und Entnahme des Überstands wurden die Plasmaproben mit Strontium-Chlorid auf eine Konzentration von 1:50 verdünnt und direkt der Messung zugeführt. Die Erythrozyten wurden 1:1 mit 0,1 N Schwefelsäure lysiert und gemessen. Der Urin wurde durch Zugabe von 25%iger Salzsäure auf einen pH-Wert von 5 angesäuert und bis zur endgültigen Analyse, zu der die Proben 1:7 mit destilliertem Wasser verdünnt wurden, bei -20° eingefroren.
Intravenöser Magnesium-Belastungstest
Der intravenöse Magnesium-Belastungstest wurde nach den Richtlinien von Ryzen et al. (27) durchgeführt. Unter kontinuierlicher EKG- und Blutdruckkontrolle wurden über vier Stunden 0,1 mmol Magnesium-Hydrogenaspartat pro Kilogramm Körpergewicht in 40 ml 5%-iger Glucoselösung intravenös infundiert. Die renale Magnesiumexkretion wurde 24 Stunden vor Beginn (MgUO) und 24 Stunden nach Beginn (MgUl) der Infusion bestimmt. Für die Beurteilung des Magnesium-Haushalts durch den intravenösen Belastungstest wurde die Magnesiumretention (R) im 24-Stunden Sammelurin berechnet.
R(%)=1-MgU1 (mmol) - MgU0 (mmol) x 100  / Mg-Infusionsdosis (mmol)
Bei Retentionswerten größer 100% wurde die Retention gleich 100% und kleiner 0% gleich 0% gesetzt. Für die Berechnung der Retention wurden 9 Probanden von der statistischen Analyse ausgeschlossen, die in einer oder mehreren 24-h Urinsammlungen eine Sammelmenge von 1000 ml unterschritten, da bei diesen von einer fehlerhaften Urinsammlung ausgegangen werden musste.
Ernährungsprotokoll
Von jedem Probanden wurde ein Ernährungsprotokoll über einen Zeitraum von 9 Tagen geführt und in der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen ausgewertet. Analysiert wurden die ersten sieben der neun protokollierten Tage. Die Auswertung wurde auf Grundlage des Bundeslebensmittelschlüssels II.2 erstellt und der Gehalt der Nahrung an Magnesium, Calcium, Kalium und Natrium, die Kalorienmenge, der Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratgehalt bestimmt. Aus den Ergebnissen der 7 Tage wurde ein Mittelwert erstellt.
Statistik
Zu jeder analysierten Datenmenge wurden Maximum (max.), Minimum (min.), Mittelwerte (MW) sowie die Standardabweichungen (SD) bestimmt. In Abhängigkeit von der Fragestellung wurden parametrische und nicht- parametrische Analyseverfahren verwendet. Die Datenauswertung erfolgte mit Hilfe des statistischen Datenanalysesystems Statistika 99 Edition. Zur Oberprüfung nicht-parametrischer Daten wurde der Chi2- Test angewendet. Bei den parametrischen Daten
wurden, zur Überprüfung auf Unterschiedlichkeit von Gruppenmittelwerten, eine einfaktorielle Kovarianzanalyse mit dem Faktor Gruppe und der Kovariablen Alter durchgeführt. Alle Angaben zur Signifikanz in der Auswertung richten sich nach folgenden Signifikanzniveaus: p > 0,05 = nicht signifikant (n.s.), p < 0,05 = signifikant, p < 0,01 = sehr signifikant, p < 0,001 = hoch signifikant.

Ergebnisse
Die Sportler rekrutierten sich aus unterschiedlichen Sportarten: 19 Probanden aus den Laufdisziplinen der Mittel- und Langstrecke, 3 Probanden aus dem Triathlon und 3 Probanden aus dem Schwimmsport. Bei der kontinuierlichen Messung des systolischen und diastolischen Blutdrucks sowie der Herzfrequenz während der Durchführung des intravenösen Belastungstests ergaben sich keine klinisch relevanten Veränderungen während des Untersuchungszeitraumes. Die Kovarianzanalyse zeigte keinen Einfluss des Geschlechtes auf die Messergebnisse des Magnesiumstatus, daher werden im folgenden die Ergebnisse für Frauen und Männer beim Vergleich zwischen Ausdauersportlern und Kontrollgruppe gemeinsam dargestellt (Tab. 2).

Sportler Kontrollgruppe Signifikanz
N=25 N=25 p
Plasma-Magnesium (mmol/l) 0,73 (0,07) 0,75 (0,09) n.s.
Ionisiertes Magnesium (mmol/l) 0,34 (0,08) 0,38 (0,08) n.s.
Erythrozytäres Magnesium (mmol/l) 1,87 (0,2) 1,84 (0,2) n.s.
Renale Magnesiumexkretion (mmol/d) 6,4 (2,6) 4,6 (1,5) <0,01
Magnesiumzufuhr (mmol/d) 18,9 (4,2) 14,9 (3,5) <0,05
Magnesiumretention (%) 34,1 (26,5) 16,3 (15,2) <0,05
Tabelle 2: Magnesiumstatus der Sportler und der Kontrollgruppe. Mittelwerte (Standardabw.)

Die Magnesiumretentionen (p < 0,05), die orale Magnesiumzufuhr (p < 0,05) und die renale Magnesiumausscheidung (p < 0,01) der Ausdauertrainierten waren signifikant höher als die der Probanden aus der Kontrollgruppe. Die totale Plasma-Magnesiumkonzentration, erythrozytäre Magnesiumkonzentration und die ionisierte Blut-Magnesiumkonzentration der Ausdauersportler und der Personen der Kontrollgruppe unterschieden sich nicht signifikant voneinander. Von allen ausgewerteten Ernährungsplänen lag bei 53,8% der Probanden die durchschnittlich pro Tag oral aufgenommene Magnesiummenge unter der empfohlenen Norm der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (6). Dabei nahmen in der Kontrollgruppe 74% der Probanden weniger und 26% der Probanden mehr Magnesium auf als empfohlen, während 35% der Sportler weniger und 65% der Sportler mehr Magnesium aufnahmen.

Diskussion
Magnesium ist aufgrund seiner Distribution überwiegend für intrazelluläre Prozesse von entscheidender Bedeutung für den menschlichen Organismus. Eine seiner Hauptfunktionen ist die Aktivierung von mehr als 300 Enzymen. Ein Magnesiummangel verursacht erst bei einer Magnesium-Serumkonzentration unter 0,45 mmol/l neurologische, kardiologische und respiratorische Symptome. Weil diese Symptome unspezifisch sind, werden Magnesiummangelzustände oft nicht rechtzeitig erkannt. Bei unspezifischen Symptomen eines Sportlers, wie beispielsweise einem ungeklärten Leistungseinbruch, könnte also eine Störung der Magnesium- Homöostase in Betracht gezogen werden (7, 19).
Einteilung der Gruppen

Alle an der Studie teilnehmenden Probanden wurden entweder der Gruppe der Ausdauertrainierten oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Als Einteilungskriterien galten das erreichte Resultat aus einem Fahrradergometer-Belastungstest und die Sportanamnese. Die unterschiedlichen von den Probanden ausgeübten Sportarten machten es unmöglich, für jeden Einzelnen einen sportartspezifischen Belastungstest durchzuführen. Die gewählte einheitliche, nicht sportartspezifische Belastungsform lieferte die Grundlage dafür, dass die im Test ermittelten Leistungen direkt miteinander verglichen werden konnten. Die Fahrradergometrie bot sich insofern besonders an, da hierbei die Anforderungen an den Probanden im technisch-koordinativen Sinne relativ gering sind und sie somit auch für den nicht spezifisch trainierten Probanden leicht durchführbar ist.
Diagnostik des Magnesium-Status

Intrazelluläre und extrazelluläre Magnesiumkonzentration:

Blut ist das Standardmedium bei der Bestimmung des Magnesium-Haushalts in der klinischen Labordiagnostik. Die Atomabsorptionsspektometrie wird aufgrund ihrer hohen Sensitivität, Spezifität und Genauigkeit als Referenzmethode zur Magnesiumbestimmung angesehen (12, 19). Die Gruppen der Sportler und Kontrollgruppe unterschieden sich weder in der erythrozytären Magnesiumkonzentration noch der totalen und ionisierten extrazellulären Magnesiumkonzentration voneinander und lagen im Normbereich, sodass also eine Dysbalance des Magnesium-Haushaltes durch die Messung der intrazellulären und extrazellulären Magnesiumkonzentrationen nicht detektiert wurde. Allerdings zeigten Studien, dass die intrazelluläre und extrazelluläre Magnesiumkonzentrationen nur eine begrenzte Aussagefähigkeit in Bezug auf die Evaluation des Magnesium- Status hat und der intravenöse Magnesium-Loadingtest genauere Aussagen erlaubt. Das liegt daran, dass das Blut weniger als 1% des Gesamtgehaltes des Körpers an Magnesium enthält und der Organismus bestrebt ist die Serum-Magnesiumkonzentration konstant zu halten. So kann zwar eine Hypomagnesiämie hinweisend auf eine Magnesiumunterversorgung auch der anderen Kompartimente sein, andererseits schließt eine im Normbereich liegende Serum-Magnesiumkonzentration einen Magnesiummangel nicht aus (4, 12, 30).
Intravenöser Magnesium-Loadingtest: Das zugrundeliegende Prinzip des intravenösen Magnesium-Loadingtests stützt sich auf die physiologische Gegebenheit, dass die Höhe der Magnesiumausscheidung im Urin mit der Sättigung der Kompartimente im Körper korreliert und die renale Magnesiumretention den zusätzlichen Magnesiumbedarf wiederspiegelt. Es lassen sich also von der retinierten Fraktion der gesamt applizierten Menge Rückschlüsse auf eine im Organismus vorhandene Magnesiumdepletion ziehen. Eine hohe Retention weist demnach auf einen hohen Magnesiumbedarf hin, wie er bei einem Magnesiummangel auftritt (14, 15, 18, 27). Bisher wendeten 27 Arbeitsgruppen den intravenösen Belastungstest an, von denen 11 Arbeitsgruppen auch gesunde Probanden als Kontrollgruppe untersuchten (29). Die vorliegende Studie führte erstmals den intravenösen Magnesium-Belastungstest an Ausdauersportlern durch. Dazu wurde die Methode von Ryzen et al. (27) angewendet, weil mit der angegebenen Infusionsdauer und -dosis die renale Transportkapazität für Magnesium nicht überschritten und damit die Messung der renalen Magnesiumausscheidung nicht verfälscht wird. Urin wurde in der Untersuchung über 24 Stunden post infusionem gesammelt, da Holm et al. (18) und Gullestad et al (14) die 24 h-Retention ebenso sensitiv wie die 48 h-Retention fanden. In Anbetracht der geringeren Belastung für die Probanden wurde bei gleicher Sensitivität die kürzere Sammelperiode bevorzugt. Die durchschnittliche Magnesiumretention der Sportler zeigte sich höher als diejenige der Kontrollgruppe und bestätigt die Hypothese, dass Ausdauersportler einen gestörten Magnesiumstatus im Sinne eines Magnesiummangels haben.

Ursachen des Magnesiummangels
. Ein Magnesiummangel entsteht aufgrund einer gesteigerten Magnesiumausscheidung, einer verminderten Magnesiumzufuhr oder/und eines erhöhten Magnesiumverbrauchs. Da zur Zeit keine adäquate Messmethode für den Magnesiumverbrauch zur Verfügung steht, kann die vorliegende Studie darüber keine Aussage machen und beschränkt sich somit auf die Untersuchung der Magnesiumexkretion und Magnesiumaufnahme.
Magnesiumexkretion:
Die Exkretion des Magnesiums erfolgt hauptsächlich über die Nieren. Dabei wird das diffusionsfähige Magnesium glomerulär filtriert und reabsorbiert. Die Reabsorption erfolgt hauptsächlich in der Henleschen Schleife und im proximalen Tubulus und steuert den Magnesiumbestand des Körpers (7). Die normale tägliche renale Ausscheidungsmenge liegt bei 1,5 bis 8,0 mmol Magnesium (5, 9). Die schnelle Exkretion über die Nieren bei einer normalen Nierenfunktion stellt sicher, dass signifikante Anstiegedes Magnesium-Serumspiegels vermieden werden. Andererseits führt dies dazu, dass das Auffüllen der intrazellulären Magnesium-Pools eine lange Zeit der Substitution benötigt. Es konnte gezeigt werden, dass die basale Magnesiumausscheidung der Sportler sehr signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht war (6,4 mmol/d vs. 4,6 mmol/d). Auch Hartmann et al. (17) wiesen bei Sportlern eine im Vergleich zu einer Kontrollgruppe erhöhte renale Magnesiumausscheidung nach. Dass die Ausdauersportler mehr Magnesium ausschieden als Sportler der klassischen Schnellkraftsportarten führten die Autoren darauf zurück, dass kurzzeitige anaerobe Belastungen einen höheren stimulierenden Effekt auf den Sympathikotonus haben als Ausdauerbelastungen, daher das Magnesium intrazellulär benötigt wird und der renale Magnesiumverlust im Vergleich zu Ausdauersportlern reduziert ist. Rayssiguier et al. (25) zeigten, dass während andauernder, submaximaler Belastung die Magnesiumausscheidung zunächst absinkt und dann in der Erholungsphase bis auf Werte über die Ausgangswerte hinaus ansteigt. Insgesamt verliert der Sportler dadurch vermehrt Magnesium. Strömme et al. (33) wiesen bereits 1975 darauf hin, dass unabhängig von der Magnesiumausscheidung nach einer Ausdauerbelastung ein Absinken der Serum-Magnesiumkonzentration durch einen Shift des Magnesiums vom Extrazellulär- in den Intrazellulärraum verursacht werden kann, weil bei der Ausdauerbelastung innerhalb der Zellen mit hoher Stoffwechselaktivität ein hoher Magnesiumbedarf besteht. Hartmann et al. (17) wiesen weiterhin nach, dass die Menge des ausgeschiedenen Magnesiums tendenziell in Abhängigkeit von der Gesamttrainingsbelastung ansteigt. Diese Beobachtungen wurden insbesondere während der mit hohen laktaziden Belastungen durchsetzten Wettkampfvorbereitungsphase gemacht und somit auf eine metabolische Azidose durch Laktat oder Ketonkörper zurückgeführt. Die Laktazidose begleitend kommt es zu einer erhöhten Ausscheidung von Katecholaminen und Aldosteron, welche einen renalen Magnesiumverlust durch die Hemmung der Magnesiumreabsorption
bedingt (13, 17). Leistungssportler in ausdauerbetonten Disziplinen sind also prädestiniert für eine erhöhte Magnesiumausscheidung im Urin, was in dieser Studie bestätigt werden konnte. Nach Aussagen von Haralambi und Heiler (16) kann auch ein Magnesiumverlust über den Schweiß den Magnesium- Haushalt dadurch beeinflussen, dass bei wiederholten körperlichen Belastungen kumulativ Magnesium über insbesondere den Stirnschweiß verloren geht. Allerdings stellt dies nur einen Teilaspekt der Entstehung eines Magnesiummangels dar (3, 13, 25). Seelig (32) schätzt den normalen Magnesiumverlust über die Haut auf 1 mmol/d, Haralambi und Heiler (16) gehen von einem noch größeren Verlust aus. Solche Schätzungen sind allerdings ungenau, da noch kein Versuchsaufbau entwickelt wurde, der die über den Schweiß verlorene Magnesiummenge über die gesamte Körperoberfläche bei unterschiedlichen Sportarten akkurat misst. Aus diesem Grund wurde auch in der vorliegenden Untersuchung auf die Evaluation des Magnesiumverlustes über den Schweiß verzichtet. Ebenso wurde auf die Messung der fäkalen Magnesiummenge verzichtet. Geht man davon aus, dass 60 bis 70% des oral aufgenommenen Magnesiums über Faeces ausgeschieden werden (28), gehen bei einer täglich normalen Magnesiumaufnahme von 12 mmol etwa 6,5 bis 7,0 mmol Magnesium fäkal verloren. Daraus kann geschlossen werden, dass die gesamte Magnesiumausscheidung anhand der in der vorliegenden Studie gemessenen renalen Magnesiumexkretion systematisch zu niedrig angesetzt wird. Das bedeutet wiederum, dass Sportler noch größere Mengen an Magnesium verlieren als in dieser Studie gemessen werden konnte. Magnesiumzufuhr: Die Magnesiumzufuhr ist schwierig zu messen. Die in dieser Studie gewählte Form der Erhebung mittels eines Ernährungsprotokolls erfordert eine genauste Protokollierung der Probanden und unterliegt damit einem Ungenauigkeitsfaktor. Daher wurden Plausibilitätskontrollen der Ernährungsprotokolle durchgeführt und unvollständige Protokolle der Auswertung entzogen. Somit ist von einer annähernd korrekten bzw. systematisch eher geringgradig zu niedrig kalkulierten oralen Magnesiumzufuhr auszugehen. Magnesium ist ein essentielles Mineral, dessen Resorption vor allem passiv, aber auch durch aktive Mechanismen im Dünndarm erfolgt (11). Die intestinale Resorptionsrate kann zwischen 10% und 50% schwanken (14). Dabei ist das Maß der Resorption von dem aktuellen Magnesium- Haushalt des Organismus abhängig.

Land Empfohlene  Magnesiumzufuhr (mg/d)
Australien
Frankreich
Italien
Kanada
Neuseeland
Polen
Spanien
USA
Deutschland
270-320
350
300-400
250-300
300-400
350-400
300-400
300-400
250-300

Tabelle 3: Internationale Empfehlungen zur Magnesiumzufuhr

Bei Mangelzuständen wird mehr, bei ausreichendem Magnesiumgehalt weniger Magnesium resorbiert. Bei einem ausgeglichenen Magnesium-Haushalt und gleichzeitig normaler Nierenfunktion führt eine weitere Magnesiumzufuhr nicht zur Erhöhung der Magnesiumkonzentration, weil der Magnesium-Überschuss renal ausgeschieden wird (19). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Magnesiumzufuhr von etwa 350 mg (14,4 mmol) für Männer und 300 (12,3 mmol) mg für Frauen, das entspricht etwa 5 mg/kg (0,2 mmol/kg) KG pro Tag. Damit liegt Deutschland mit der empfohlenen Tagesdosis im internationalen Vergleich relativ niedrig (6) (Tab. 3). Eine verminderte orale Zufuhr von Magnesium findet man häufig bei Sportlern, die ein definiertes Gewicht anstreben, wie etwa beim Turnen, Judo (2) oder Eiskunstlauf (34). Da gerade Nahrungsmittel mit einem hohen Energiegehalt in der Regel auch einen hohen Magnesiumgehalt besitzen, wirkt sich ein Verzicht auf diese Lebensmittel mit dem Ziel einer Gewichtsregulation negativ auf die Magnesium-Alimentation aus. Fogelholm et al. (10) zeigten, dass sowohl ein stetiger als auch ein rapider Gewichtsverlust durch diätetische Restriktionen
mit einer Störung des Spurenelement-Haushalts einhergehen. Die Magnesiumversorgung lag in dieser Studie insbesondere dann unter den Empfehlungen, wenn eine Gewichtsreduktion innerhalb weniger Tage herbeigeführt wurde. Economos et al. (8) berichteten, dass von 905 untersuchten Sportlern 30% der männlichen und 88% der weiblichen Athleten aus aeroben Sportarten sowie 66% der männlichen und 100% der weiblichen Athleten aus anaeroben Sportarten energetisch mangelhafte Nahrung zu sich nahmen. Hinzu kommt, dass auch in der Bevölkerung der Industrienationen die Zufuhr von Magnesium mit der täglichen Nahrung suboptimal ist (24). Anderen Studien zufolge wiesen über 50% der amerikanischen Bevölkerung eine geringere Magnesiumaufnahme auf als von der Gesundheitsbehörde empfohlen (22). Baghurst et al. (1) berichten in einer Studie an erwachsenen australischen Probanden, dass 12-14% von ihnen weniger als 70% der empfohlenen Magnesium- Tagesdosis aufnahmen. Gründe dafür sind unter anderem der stetige Rückgang des Verzehrs an Kohlenhydratträgern sowie die immer einseitiger werdenden Mahlzeiten, die nur noch wenige naturbelassene Inhaltsstoffe besitzen. Auch der Magnesiumgehalt im Trinkwasser kann den Magnesium- Haushalt beeinflussen (21, 26). In den letzten Jahren wird zunehmend diskutiert, ob die aktuell gültigen Aufstellungen über die Zusammensetzung der Nahrung für Magnesium noch korrekt sind. Durch Maßnahmen in der Kultivierung der Ackerböden, durch sauren Regen oder auch durch die Konservierung und Zubereitung der Speisen könnten möglicherweise die Konzentrationen beeinflusst werden und die Werte müssten nach unten korrigiert werden (19). Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass die Sportler im Mittel 18,9 mmol und die Probanden der Kontrollgruppe 14,9 mmol Magnesium pro Tag mit der Nahrung aufnehmen. Damit lag die orale Magnesiumzufuhr der Ausdauersportler einerseits signifikant über derjenigen der Kontrollgruppe. Andererseits nahmen beide Gruppen im Mittel mehr als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Magnesiummenge über die Nahrung auf. Daraus kann geschlossen werden, dass die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur Magnesiumsubstitution für Sportler zu knapp bemessen sind und nutritive Aspekte nicht die alleinige Ursache für die Entstehung eines Magnesiummangels darstellen. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie gehen konform mit den Resultaten von Bauer et al. (2) an 36 Mittel- und Langstreckenläufern, die zeigten, dass Sportler in bezug auf die Verteilung der Nahrungsbestandteile ein besseres Ernährungsverhalten aufwiesen
als Nichtsportler. Das mag daran liegen, dass die prophylaktische Substitution von Magnesium im Sport bereits weitverbreitet ist (31). Von den von Economos et al. (8) untersuchten 905 Athleten supplementierten 80% der weiblichen und 60% der männlichen Sportler aus dem aeroben Bereich sowie 100% der weiblichen und 90% der männlichen Athleten aus anaeroben Disziplinen regelmäßig Spurenelemente und Vitamine. Trotz einer um im Mittel 4,5 mmol/d (110 mg/d) über der empfohlenen Tagesmenge liegenden Magnesiumaufnahme in der Gruppe der Sportler, wiesen diese häufiger einen Magnesiummangel auf. Da die Gruppe der Sportler trotz einer erhöhten Magnesiumretention im Mittel 1,8 mmol Magnesium pro Tag (43 mg/d) mehr über den Urin ausschied als die Kontrollgruppe, muss von einem weitaus höheren Magnesiumbedarf ausgegangen werden. Auch in der Kontrollgruppe wiesen nicht alle Probanden einen ausgeglichenen Magnesium-Haushalt auf. Man kann also aus den Ergebnissen der Studie schließen, dass die Referenzwerte für die empfohlene tägliche Magnesiumaufnahme für Sportler im Ausdauerbereich erhöht werden müssen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Magnesiumzufuhr nicht vornehmlich durch die Substitution künstlicher Ersatzstoffe  sondern vielmehr durch eine Adaptation der Ernährungsgewohnheiten sichergestellt wird (20). Vor der Magnesiumsubstitution sind vorhandene Kontraindikationen, wie eine Nierenfunktionsstörung zu überprüfen. Insbesondere Athleten, die prädestiniert sind für einen Magnesiummangel, sollten auf einen ausreichend hohen Magnesiumgehalt der Kost achten und regelmäßig ihren Magnesium-Status überprüfen lassen.
Danksagung
Die Autoren bedanken sich bei Sabine Asendorf für die Unterstützung bei den Laktatstufentests.
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Georg-August-Universität Göttingen D-37075 Göttingen Fax: 0551-398676 E-mail address: psaur@gwdg.de


Mg-Mangel ist bei Sportlern häufig

Magnesiumhaltige Nahrung zum Ausgleich ist besser als angereicherte Mittel
GÖTTINGEN (gwa). Obwohl Ausdauersportler oft mehr Magnesium (Mg), etwa in Form von Tabletten, zu sich nehmen, haben sie häufiger Mg-Mangel als Menschen, die keinen Ausdauersport machen. Hausärzte sollten Sportlern deshalb raten, besonders Nahrungsmittel mit hohem Mg-Anteil zu sich zu nehmen.

Erste Hinweise auf Mg-Mangel können etwa unerklärliche Leistungseinbrüche, Waden- oder Fußkrämpfe und Konzentrationsstörungen sein. Trotzdem können die Mg-Serumspiegel normal sein; sie führen deshalb diagnostisch nicht immer weiter. Darauf weisen Professor Petra Saur von der Universität Göttingen und ihre Kollegen hin (Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 3, 2002, 72). Gründe für normale Serumspiegel trotz absoluten Mg-Mangels sind unter anderem ein Shift des Spurenelements etwa aus Zellen in das Serum oder eine vermehrte Retention in den Nieren als Reaktion auf den Mangel. In einer Untersuchung mit 50 Probanden stellten die Wissenschaftler fest, daß die Ausdauersportler mehr Mg mit dem Urin ausscheiden als die Probanden der Kontrollgruppe. Auch über den Schweiß wird das Spurenelement ausgeschieden.  Saur schlägt vor, Mg-Mangel vorzugsweise durch gezielte Ernährung und weniger durch Präparate auszugleichen. Sportler sollten beraten werden, besonders Vollkornprodukte, Blattgemüse, Tomaten, Obst, auch Trockenobst, Hülsenfrüchte oder Nüsse zu essen. Dabei sollte die tägliche Mg-Zufuhr deutlich höher liegen als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesmenge von 350 mg, so Saur. Wer etwa 78 g frische Sonnenblumenkerne oder 223 g Haferflocken ißt, nimmt 310 mg Mg auf. Ärzte Zeitung, 08.05.2002


Magnesium halbiert Schwangerschaftskrämpfe
OXFORD. Bei Frauen mit einer Schwangerschaftsgestose kann die Behandlung mit Magnesiumsulfat das Risiko einer Eklampsie deutlich senken. Vermutlich wird auch die Müttersterblichkeit gesenkt. Dies zeigt die ”Magpie”-Studie im Lancet (2002; 359: 1877-90). Sie räumt letzte Zweifeln an dieser Behandlung aus, findet ein Editorialist (2002; 359: 1872-3).
In den USA wird Magnesium in der Frauenheilkunde bereits seit langem eingesetzt. Ein erster Bericht über die Wirksamkeit datiert aus dem Jahr 1906. In anderen Ländern stieß die Behandlung, deren Wirkungsmechanismus bis heute nicht bekannt ist, auf Vorbehalte. Vor 7 Jahren zeigte dann die ”Eclampsia Trial Collaborative Group” (Lancet 1995; 345: 1455-63), dass Magnesium die derzeit beste Methode zur Behandlung der Eklampsie ist.
Es war deshalb nahe liegend, in einer weiteren Studie zu untersuchen, ob Magnesium eine Eklampsie auch vorbeugen kann. Dies wurde in der ”Magnesium sulphate for Prevention of Eclampsia”- oder ”Magpie”-Studie untersucht. Sie ist die größte Studie, die jemals zur Gestose (Präeklampsie) durchgeführt wurde. Insgesamt 10 141 Frauen in 175 Kliniken aus 33 Ländern nahmen daran teil. Sie erhielten entweder Magnesiumsulfat oder Placeboampullen zur parenteralen Behandlung.
Magnesiumsulfat senkte das Risiko einer Eklampsie absolut von 1,9 Prozent auf 0,8 Prozent, relativ also um etwas mehr als die Hälfte. Dies bedeutet, dass pro 1 000 behandelte Frauen etwa elf Frauen weniger an einer Eklampsie erkranken, die eine potenziell tödliche Erkrankung ist. In der Studie wurde die Müttersterblichkeit relativ um 45 Prozent gesenkt. Todesfälle waren in der Studie jedoch sehr selten (0,2 Prozent im Verum und 0,4 Prozent im Placeboast), sodass die Reduktion der Müttersterblichkeit nicht signifikant war. Einen Einfluss auf die Kindersterblichkeit hatte die Behandlung nicht.
Das Risiko war relativ um zwei Prozent (absolut 12,7 Prozent statt 12,4 Prozent; Unterschied nicht signifikant) erhöht. Einziger Unterschied in der Morbidität war eine signifikante Reduktion der Plazentaablösung um relativ 33 Prozent. Die Behandlung ist kostengünstig und auch für Entwicklungsländer, wo es die meisten zu präventierenden Eklampsiefälle gibt, erschwinglich (Preisniveau etwa 5 US-Dollar). Die Nebenwirkungen sind in der Regel gering, aber häufig. Etwa ein Viertel der Frauen klagte über Nebenwirkungen im Vergleich zu acht Prozent in der Placebogruppe.
Die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Schwangerschaftshochdruck/Gestose der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vom November 1999 empfehlen Magnesium als das Mittel der ersten Wahl bei schweren Präeklampsien, definiert als Blutdruck größer gleich 180/110 mm Hg und einer Proteinurie > 3 g/l oder Prodromalsymptomen (zentralnervöse Symptome). Die Einschlusskriterien von Magpie waren weiter gefasst. Es wurde bereits bei einem Blutdruck von 140/90 mm Hg therapiert. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT (03.06.02)


Magnesium effektiv in der Therapie des kindlichen Asthmas

Kinder mit mittelschweren bis schweren Asthmaanfällen zeigten deutliche Behandlungserfolge nach Infusion von 40 Milligramm Magnesiumsulfat (MgSO4) pro Kilogramm Körpergewicht.  In einer doppelt-blinden Plazebo-kontrollierten Studie analysierten Dr. Lydia Ciarallo von der Brown University School of Medicine in Providence und Kollegen betreffende medizinische Daten von 30 Patienten im Alter zwischen sechs und 17,9 Jahren. Messungen der Atemparameter 20 und 110 Minuten nach Beginn der Infusion zeigten bei der Gruppe, die 40 Milligramm Magnesiumsulfat (MgSO4) pro Kilogramm Körpergewicht erhielt, 10- bis 20-fach bessere Ergebnisse als in der Kontrollgruppe.
So lag beispielsweise das forcierte Expirationsvolumen innerhalb einer Sekunde (FEV1) nach 20 Minuten bei 7,0% in der MgSO4-Gruppe gegenüber nur 0,2% in der Kontrollgruppe (p<0,001). Nach 110 Minuten lag der FEV1-Wert bei 24,1% beziehungsweise bei 2,3% (p<0,001). Während alle Kinder in der Kontrollgruppe ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten, konnten acht von 16 Kindern (50%), die MgSO4 erhalten hatten, nach der Behandlung entlassen werden. 24.9.02  www.medaustria.at  
Quelle: Arch Pediatr Adolesc Med; 2000, 154: 979-983
 


Supplementation von Magnesium bei Hochrisikopatienten nach Myokardinfarkt nicht effektiv
LONDON. Bei Hochrisikopatienten bietet die intravenöse Gabe von Magnesium nach einem Myokardinfarkt im Vergleich zu einem Placebo keine Vorteile. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie im Lancet (2002; 360: 1189–1196). Der Nutzen einer Supplementation von Magnesium bei Patienten mit einem Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung (ST-elevation myocardial infarction [STEMI]) wird kontrovers diskutiert.
Trotz viel versprechender Resultate in Tierversuchen wurde bisher über widersprüchliche Ergebnisse in klinischen Studien berichtet. In einer randomisierten Doppelblindstudie verglichen Elliott Antman vom Brigham and Womens Hospital, Boston, USA, und Kollegen bei 6 213 Patienten mit akutem STEMI den Effekt einer Magnesiumsupplementation mit der Wirkung eines Placebos.
Nach 30 Tagen waren 475 (15,3 Prozent) Patienten der Magnesiumgruppe verstorben und 472 (15,2 Prozent) der Patienten, die ein Placebo erhalten hatten. Die frühzeitige Supplementation von Magnesium bei Hochrisikopatienten mit STEMI, so die Autoren, hat keinen Effekt auf die 30-Tages-Mortalität. Eine routinemäßige Verabreichung von Magnesium sei daher bei diesen Patienten nicht indiziert.(22.10.02) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Mineralwasser mit viel Magnesium schützt vor Muskelkrämpfen

Hamburg (dpa/gms) - Beim sommerlichen Freizeitsport verliert der Körper neben Wasser auch lebenswichtige Mineralien. Um beides mit Mineralwasser wieder «aufzutanken», empfiehlt sich der Blick auf das Etikett der Flasche.
So schützt laut der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) in Hamburg Wasser mit mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter beispielsweise vor Muskelkrämpfen. Um leistungsfähig zu bleiben, muss laut der DAK der Natriumverlust ausgeglichen werden - hier eignet sich ein Wasser mit mindestens 200 Milligramm Natrium je Liter. Wird das Getränk außerdem zu einem Drittel mit Apfelsaft aufgefüllt, sorgt dies für schnell verfügbare Kohlenhydrate und stabilisiert den Blutzuckerspiegel.
Ratsam ist es laut der DAK, schon vor dem Sport und zwischendurch kleine Mengen zu trinken, um besser fit zu bleiben. Wird dagegen bis zum Ende gewartet, um den Durst mit einer großen Wassermenge zu löschen, kann dies sogar gefährlich sein: Es kann zu einer Unterversorgung mit Natrium kommen, wenn das Wasser zu wenig Mineralien enthält. Dieser Zustand ist unter Umständen tödlich.


Herzrhythmusstörungen natürlich vorbeugen
Amerikanische Studie weist Magnesiummangel bei Herzrhythmusstörungen nach.

Der Mineralstoff Magnesium beugt Herzrhythmusstörungen vor. Dies belegte eine kürzlich im "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlichte Studie. Dabei zeigte sich, dass Frauen an deutlich mehr Herzrhythmusstörungen litten, wenn sie nur die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis von mindestens 350 mg Magnesium oder weniger zu sich genommen hatten.
Der vermutliche Grund für den Zusammenhang: Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Erregungsübertragung von Nerven auf Muskeln sowie bei der Muskelkontraktion. Damit funktioniert der Herzmuskel nur dann optimal, wenn eine ausreichende Magnesiumversorgung der Zellen aus dem Blut gewährleistet ist. Nach einem speziellen Herzinfarkt, dem so genannten Myokardinfarkt, können deshalb Magnesiumspritzen das Auftreten von Herzrhythmusschwankungen reduzieren.
Magnesiummangel entsteht durch magnesiumarme Nahrungsmittel, falsche Ernährung, harntreibende Stoffe oder Abführmittel. Größere Magnesiumverluste sind aber auch die Folge von Durchfallerkrankungen, chronischen Nierenleiden etc.
In solchen Fällen empfiehlt sich einerseits eine magnesiumreiche Diät (z.B. mit Nüssen, Vollkornprodukten und Hirse), andererseits eine mehrwöchige Behandlung mit Magnesiumpräparaten aus der Apotheke, um die Magnesiumverluste wieder auszugleichen. Eine ausreichende Mineralstoffversorgung lässt sich mit der Zufuhr von 300 mg Magnesium pro Tag erreichen. Bei bereits bestehendem, akutem Magnesiummangel kann es sinnvoll sein, die Dosis auf 600 mg pro Tag zu erhöhen. Als besonders wirkungsvoll und nebenwirkungsarm hat sich das reine Magnesiumcitrat "Magnesium Diasporal 300" aus der Apotheke bewährt.

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In den Industrienationen hat sich in den letzten Jahren ein latenter chronischer Magnesiummangel manifestiert. Epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass sich eine chronische suboptimale Magnesiumaufnahme auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Asthma negativ auswirkt. Die Wirksamkeit jeder Magnesium-Supplementierung hängt allerdings stark von der Bioverfügbarkeit der Magnesiumverbindung ab, die bisher bei zahlreichen Magnesium-Zubereitungen nicht ausreichend untersucht worden ist.

In einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie wurde jetzt die Bioverfügbarkeit der Magnesiumverbindungen Magnesium-Aminosäure-Chelat, Magnesiumcitrat und Magnesiumoxid verglichen. Magnesiumcitrat zeigte dabei die beste Bioverfügbarkeit und führte sowohl bei akuter (24 Stunden) wie auch chronischer (60 Tage) Supplementierung in einer Dosierung von 300 mg Mg/Tag zu einem signifikanten Anstieg der Magnesiumkonzentration im Serum. Auch der Magnesiumgehalt im Speichel sowie die Magnesiumausscheidung über die Niere nahmen unter Magnesiumcitrat signifikant zu. Diese Erkenntnisse sind für klinische Fälle von Bedeutung, in denen eine schnelle Behebung des Magnesiummangels erforderlich ist (z. B. bei neuromuskulären Störungen, Wadenkrämpfen) aber auch für solche, in denen eine wirksame Langzeitsubstitution angezeigt ist.

Literatur:

Walker AF, Marakis G, Christie S and Byng M: Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnesium Research 16:183-191 (2003)

Quelle: Protina


Magnesiummangel häufiger als angenommen

Einen Magnesiummangel weisen etwa fünf Prozent der Hypertoniker und ca. die Hälfte aller Alkoholkranken sowie aller Patienten auf Intensivstationen auf.
Die Diagnose basiert auf der Anamnese, der klinischen Symptomatik und Konzentrationsmessungen im Plasma/Serum und Urin. Die klinische Symptomatik ist sehr variantenreich. Zu den Symptomen zählen neurovegetativ-funktionelle Störungen, Krämpfe der Skelettmuskulatur, Spasmen glatter Muskulatur (z.B. gastrointestinale Spasmen, Dysmenorrhö), Extrasystolen, Tachykardie und pektanginöse Beschwerden.
Eine Hypomagnesiämie liegt vor bei einem Plasma/Serum-Magnesium unter 0,75 mmol/L. Der obere Referenzbereich liegt um 1,10 mmol/L. Ein Verdacht besteht bei einer Magnesiumausscheidung im 24-h-Urin unter 2 mmol. Ebenfalls ein Verdacht besteht bei einem Plasma-Magnesium über 0,75 mmol/L, wenn klinische Symptome vorliegen. Wird in der Routinediagnostik ein Serum-Magnesium unter 0,75 mmol/L bestimmt, aber es bestehen keine Symptome, so muss eine Pseudohypomagnesiämie (z.B. infolge einer Hypalbuminurie) ausgeschlossen werden.
Die Magnesiumzufuhr sollte vorzugsweise oral erfolgen. Die Dosierung liegt zwischen 10 und 40 mmol/Tag und sollte individuell bestimmt werden. Eine parenterale Magnesiumzufuhr ist laut Prof. Hans-G. Classen, Stuttgart, u. a. indiziert bei Eklampsie/Präeklampsie, akutem Myokardinfarkt – insbesondere in Fällen, in denen eine Thrombolyse kontraindiziert ist – und akuten Schädelhirntraumen. Toxische Effekte treten ab Plasma-Konzentrationen von 3,5 mmol/L auf.

Quelle: Wissenschafliches Symposium: “Prophylaxe und Therapie mit Mineralstoffen und Spurenelementen – Luxus oder Notwendigkeit?”München, November 2001


Beugt Magnesium einer Zerebralparese vor?
ADELAIDE. Eine Infusion von Magnesiumsulfat in den 24 Stunden vor einer Frühgeburt senkte in einer randomisierten kontrollierten Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2003; 290: 2669-2676) die Häufigkeit von Zerebralparesen. Eine weitere Studie (JAMA 2003;290:2677-2684) weist auf einen bisher nicht bekannten Risikofaktor für die Erkrankung hin, die in den Augen der Öffentlichkeit noch immer als Kunstfehler der Geburtshilfe gilt, aber anscheinend andere Ursachen hat.
Bei Frühgeborenen ist das Risiko einer Zerebralparese deutlich erhöht. Seit einiger Zeit wird vermutet, dass die Gabe von Magnesiumsulfat das Risiko verringern könnte. Das Mittel soll Blutungen im Gehirn verhindern, die als Ursache der Zerebralparese bei unreifen Neugeborenen gelten. Eine größere randomisierte Studie war bisher nicht durchgeführt worden.
Dies haben Caroline Crowther von der Universität Adelaide und Mitarbeiter an insgesamt 16 Kliniken in Australien und Neuseeland jetzt nachgeholt. Ihre Studie schloss 1 062 Schwangere ein, bei denen vor der 30. Gestationswoche Zeichen einer unmittelbar bevorstehenden Geburt diagnostiziert worden waren oder bei denen aus anderen Gründen die Geburt geplant wurde. Die Frauen erhielten in den 24 Stunden vor der Geburt eine Infusion mit einer Kochsalzlösung, die entweder Magnesiumsulfat enthielt oder nicht (Placebo). Die Kinder wurden über zwei Jahre nachbeobachtet.
Die Ergebnisse waren nicht so durchschlagend, wie es sich die Autoren erhofft haben mochten, Magnesium war aber keinesfalls wirkungslos. Die 2-Jahres-Sterblichkeit der Kinder wurde von 17,1 auf 13,8 Prozent gesenkt (relatives Risiko RR: 0,83; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,64-1,09). Die Häufigkeit der Zerebralparese bei den Überlebenden sank von 8,2 auf 6,8 Prozent (RR: 0,83; 0,54-1,27) und der kombinierte Endpunkt Tod oder Zerebralparese sank von 24,0 auf 19,8 Prozent (RR: 0,83; 0,66-1,03)
Dies bedeutet, dass eine gewisse neuroprotektive Wirkung von Magnesium vorhanden sein könnte. Der Beweis hierfür steht jedoch noch aus. Da die Konfidenzintervalle die 1,0-Grenze überschreiten, war das Ergebnis nämlich statistisch nicht signifikant, sodass die Autoren auch keine Empfehlung für die Behandlung geben. Sie fordern weitere Studien.
Signifikante Unterschiede wurden nur in einigen sekundären Endpunkten gesehen. So sank die Zahl der Kinder mit sehr ausgeprägter motorischer Behinderung (“substantial gross motor dysfunction”) um die Hälfte von 6,6 auf 3,4 Prozent (RR 0,51; 0,29-0,91), und die Kombination aus Todesfall und sehr ausgeprägter motorischer Behinderung ging um 25 Prozent von 22,7 auf 17,0 Prozent zurück (RR 0,75; 0,59-0,96).
Die Editorialisten Jon Tyson und Larry Gilstrap von der Universität von Texas in Houston loben die vorzüglich durchgeführte Studie. Den Autoren sei es gelungen, 99 Prozent der Kinder nach zwei Jahren nachzuuntersuchen, und auch die Randomisierung und die Verblindung war offenbar lückenlos. Dennoch: Das Ergebnis war nicht signifikant, also möglicherweise nur ein Zufall. Die Behandlung ist deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht evidenzbasiert.
In einer weiteren Studie suchten Yvonne Wu und Mitarbeiter der Universität San Francisco nach Risikofaktoren für die Zerebralsklerose, deren Ursache in den meisten Fällen ungeklärt bleibt. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden 231 582 Einzelgeburten von Frauen einer Krankenkasse (Kaiser Permanente Medical Care Program) ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass die Geburtshelfer bei 14 Prozent der Zerebralparesen vor der Geburt eine Chorioamnionitis diagnostiziert hatten.
In der Kontrollgruppe wurde diese Störung nur bei vier Prozent diagnostiziert. Die Autoren errechnen ein 4-fach erhöhtes signifikantes Risiko (Odds Ratio 4,1; 1,6-10,1). Dies erscheint hoch, erklärt jedoch nur etwa elf Prozent aller Zerebralparesen. Weitere unabhängige Risikofaktoren waren eine intrauterine Wachstumsstörung (OR: 4.0; 1,3-12,0), afroamerikanische Herkunft (OR 3,6; 1,4-9,3), ein Alter der Mutter über 25 Jahre (OR 2,6; 1,3-5,2) und eine Erstgeburt (OR 1,8; 1,0-3,0). (26.11.2003) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Studie belegt: Magnesium verbessert die Insulinwirkung bei Typ 2 Diabetikern

Diabetiker verlieren besonders bei schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel viel Magnesium mit dem Urin und weisen daher häufig einen Magnesiummangel auf. Dadurch wird die Aktivität des magnesiumabhängigen Enzyms Tyrosinkinase im Insulinrezeptor herabgesetzt und die Insulinwirkung beeinträchtigt. Ein Magnesiummangel trägt deshalb auch zur Entstehung einer Insulinresistenz bei. In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde bei Typ 2 Diabetikern mit erniedrigtem Serum-Magnesiumspiegel die Auswirkung einer oralen Magnesiumsupplementierung mit 600 mg Magnesium pro Tag auf die Insulinempfindlichkeit und auf die Stoffwechselkontrolle untersucht.

Die Studie zeigte deutlich den Nutzen einer hochdosierten oralen Magnesiumsupplementierung als Begleittherapie von Typ 2 Diabetikern, die mit dem oralen Antidiabetikum Glibenclamid aus der Klasse der Sulfonylharnstoffe behandelt werden und erniedrigte Serum-Magnesiumspiegel aufweisen. Es kam zu einem signifikanten Anstieg des Serum-Magnesiumspiegels, die Insulinsensitivität und die Kontrolle des diabetischen Stoffwechsels wurden verbessert. Die Studie belegt erneut die wesentliche Bedeutung von Magnesium für die insulinvermittelte Glucoseaufnahme in die Zelle.13.02.2004 Infos für Ärzte
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Quelle: Protina   http://www.journalmed.de

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Magnesium und Sport
Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin,
Georg-August-Universität Göttingen
Magnesium Standards der Sportmedizin
Jahrgang 55, Nr. 1 (2004) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 23
P. Saur

Zusammenfassung
Magnesium wirkt als essentieller Kofaktor zahlreicher intrazellulärer Prozesse und ist somit verantwortlich für mehr als 300 enzymatische Vorgänge. Die Inzidenz eines Magnesiummangels bei Sportlern wird bis zu 65% geschätzt. Die Ursachen des Magnesiummangels bei Sportlern liegen entweder in einem erhöhten Magnesiumbedarf, einer reduzierten Magnesiumaufnahme oder in einem erhöhten Magnesiumverlust begründet. Sportler mit einer erniedrigten Magnesiumplasmakonzentration sollten mit Magnesium substituiert werden. Bei normalen Magnesium-plasmakonzentrationen sollte eine Magnesiumsubstitution bei Sportlern erwogen werden, die im besonderen Ausmaß für einen Magnesiummangel prädisponiert sind. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion sollten nur unter engmaschiger Magnesiumkontrolle gegeben werden.

Bedeutung und Funktion
Magnesium ist nach Kalium das quantitativ bedeutendste intrazelluläre Kation des Körpers. Magnesium wirkt als essentieller Kofaktor zahlreicher intrazellulärer Prozesse und ist somit verantwortlich für mehr als 300 enzymatische Vorgänge (4). Die Membranstabilisierung ist eine seiner
wichtigsten Eigenschaften, indem es durch die Komplexbildung mit Phospholipiden die Membranpermeabilität vermindert. Eine normale intrazelluläre Magnesiumkonzentration begünstigt durch eine Aktivierung der Na/K-ATPase den Kaliumtransport in die Zelle. Bei Magnesiummangel ist die intrazelluläre Kaliumauffüllung blockiert ist, was sich klinisch in Herzrhythmusstörungen äußern kann. Magnesium wirkt als ein physiologischer Calcium-Kanal-Blocker (4). Auf das neuromuskuläre System hat Magnesium eine dämpfende Wirkung. Es reduziert die elektrische Erregbarkeit des Neurons und verlängert die Nervenleitgeschwindigkeit. Dementsprechend senkt eine niedrige Magnesiumplasmakonzentration die Schwelle der axonalen Stimulation und erhöht die Nervenleitgeschwindigkeit. Dies kann sich in Form von Muskelkrämpfen oder auch generalisierten Krampfanfällen auswirken (4).
Ein Magnesiummangel kann zu einer partiellen Entkopplung der Zellatmung mit einer Reduzierung des P/O-Quotienten und einer daraus resultierend ineffektiven Energiegewinnung führen. Weiterhin ist die Glukoseaufnahme in die Zelle magnesiumabhängig. Das ist insbesondere für Sportler wichtig, weil durch eine verbesserte zelluläre Glucoseaufnahme die Glykolyse beschleunigt wird (1,2,4). Erschwerend für den klinischen Alltag ist, dass die durch einen Magnesiummangel ausgelösten Symptome unspezifisch sind (Tab. 1) und auch unter einer Normomagnesiämie auftreten können. Tierexperimentelle Studien zeigen, dass ein ausgeprägter Magnesiummangel zu einer reduzierten Leistungsfähigkeit und einem gestörten Energiemetabolismus führt. Auch Studien am Menschen zeigen, dass ein unausgeglichener Magnesiumstatus die Leistungsfähigkeit von Sportlern beeinflusst. Ob jedoch eine Magnesiumsupplementierung zu einer verbesserten sportlichen Leistung führt, ist zur Zeit noch in Diskussion (1,2,4).

Normalwerte
Die Normalwerte von Magnesiumkonzentrationen betragen im Plasma 0,76 - 1,1 mmol/l und den Erythrozyten 1,95 - 2,65 mmol/l. Die normale ionisierte Magnesiumkonzentration im Plasma beträgt 0,45-0,75 mmol/l. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Magnesiumkonzentration im Plasma oder Serum gemessen wird. Die normale Magnesiumausscheidung im Urin variiert zwischen 2,5 und 5 mmol/Tag (4).

Diagnostik eines Magnesiumdefizits
Das Messen der extrazellulären Magnesiumkonzentration im Plasma ist aufgrund seiner einfachen Anwendbarkeit und Verfügbarkeit der am häufigsten angewendete Test zur Evaluation des Magnesiumstatus, obwohl Magnesium vorrangig ein intrazelluläres Kation ist und nur 1 % des gesamten Magnesiumgehalts in der Extrazellulärflüssigkeit vorliegt. Die Bestimmung der intrazellulären erythrozytären Magnesiumkonzentration ist methodisch aufwendiger als die der Plasmamagnesiumkonzentration und somit nur in wenigen Laboren verfügbar (4). Eine spezielle Diagnostik des Magnesiumstatus stellt die Messung der renalen Magnesiumretention anhand des Magnesium-Loading-Tests dar. Dieser Test untersucht das Ausmaß der renalen Retention einer definiert über 4 Stunden intravenös applizierten Magnesiummenge von 0,1 mmol/kg KG. Dazu ist eine Urinsammlung über insgesamt 48 Stunden notwendig (3,4). Während die Validität und Reliabilität des intravenösen Loading-Tests in zahlreichen Untersuchungen nachgewiesen wurde, stellt der orale Loading-Test ein bisher noch wenig untersuchtes Verfahren dar. Klar ist, dass aufgrund der außerordentlich variablen intestinalen Resorption des Magnesiums die Aussagekraft eines oralen im Vergleich zu einem intravenösen Loading-Test deutlich eingeschränkt ist. Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die Aussagekraft des intravenösen Loading-Tests diejenige der Messung der Magnesiumkonzentration
im Plasma und den Erythrozyten bei einer normalen Magnesiumplasmakonzentration übersteigt (4). Bei einem Magnesiummangel wird eine Reduktion des Magnesiumgehaltes im Urin mit einer Latenz von wenigen Stunden schneller präsent als im Plasma nach etwa einem Tag und in den Erythrozyten nach wenigen Tagen (4). Die Bestimmung des Magnesiumplasmaspiegels ist als Routinetest für die Evaluation einer möglichen Störung des Magnesiumhaushalts zu empfehlen. Bei Hypomagnesiämie besteht ein Magnesiummangel, bei Hypermagnesiämie liegt ein adäquater Status oder eine Überversorgung an Magnesium vor. Eine Normomagnesiämie sagt allerdings wenig über den Magnesiumhaushalt aus, weil auch dann ein Magnesiummangel vorliegen kann. Genauere Aussagen sind dann durch den intravenösen Magnesium-Loading-Test zu erwarten (4,5).
 

Ursachen eines Magnesiummangels
Die Ursachen des Magnesiummangels liegen entweder in einem erhöhten Magnesiumbedarf, einer reduzierten Magnesiumaufnahme oder in einem erhöhten Magnesiumverlust begründet. Ein erhöhter Magnesiumbedarf ist durch die erhöhte Stoffwechselaktivität von Sportlern gegeben, die durch Wachstums- und Reparaturvorgänge als Anpassungsreaktion des Körpers auf die erhöhte Beanspruchung entstehen. Bei kurzzeitigen intensiven sportlichen Belastungen steigt die Magnesiumplasmakonzentration an - möglicherweise aufgrund einer Reduktion des Plasmavolumens. Nach einer langdauernden Ausdauerbelastung sinkt die Magnesiumplasmakonzentration unter Belastung vorübergehend ab (1,2). Ein Abfall der Magnesiumplasmakonzentration wird über eine gesteigerte Magnesiumaufnahme aus dem Extrazellulärraum in den Intrazellulärraum erklärt, um den Zellen des aktiven Bewegungsapparates Magnesium als Substrat für die während der sportlichen Belastung verstärkt ablaufenden enzymatischen Prozesse anzubieten. Dabei ist der Shift umso stärker, je höher die Belastung ist. Insbesondere nach einer Ausdauerbelastung werden aufgrund einer stressinduzierten Lipolyse vermehrt freie Fettsäuren metabolisiert und Magnesium in die Adipozyten aufgenommen, wodurch es zu einem Abfall der Magnesiumplasmakonzentration kommt (1,2). Eine reduzierte Magnesiumaufnahme kommt insbesondere bei Sportlern vor, die ein definiertes Gewicht anstreben, wie etwa beim Turnen, beim Judo oder beim Eiskunstlauf. Ebenso zeigen Studien, dass mehr Athleten aus anaeroben Sportarten als aus aeroben Sportarten energetisch mangelhafte Nahrung zu sich nehmen. Da gerade Nahrungsmittel mit einem hohen Energiegehalt in der Regel auch einen hohen Gehalt an Magnesium besitzen, wirkt sich ein Verzicht auf diese Lebensmittel negativ auf die Magnesiumalimentation aus (5).

Ein erhöhter Magnesiumverlust kann verursacht sein durch kutane Magnesiumverluste über den Schweiß, gastrointestinale Verluste oder medikamentös  verursachte Resorptionsstörungen. Der Magnesiumverlust über den Schweiß liegt zwischen 0,25 und 0,75 mmol/l täglich. Während schwerer sportlicher Belastung nimmt die Magnesiumkonzentrationen im Urin ab, während sie nach einer schweren körperlichen Belastung zunimmt. Diese Beobachtungen werden auf eine metabolische Azidose durch Laktat zurückgeführt, worunter es zu einer erhöhten Ausschüttung von Katecholaminen und Aldosteron kommt, die letztlich den renalen Magnesiumverlust durch Hemmung der Magnesiumreabsorption bedingen. Dabei steigt die Menge des ausgeschiedenen Magnesiums tendenziell in Abhängigkeit von der Gesamttrainingsbelastung an, wobei sie bei Leistungssportlern deutlich über der sporadisch Trainierender liegt. Bei Ausdauersportlern liegt sie außerdem höher als bei Sportlern anderer Disziplinen. Die Ursache ist bisher unbekannt (1,2).
 

Häufigkeit bei Sportlern
Abnormalitäten des Magnesiumplasmaspiegels sind die häufigste nicht diagnostizierte Elektrolytstörung des klinischen Alltags. Eine Hypermagnesiämie
tritt wesentlich seltener auf als eine Hypomagnesiämie. Die Prävalenz der Hypomagnesiämie wird in der Literatur zwischen 7% und 65% angegeben. Allerdings zeigen neuere Untersuchungen, dass durch die alleinige Betrachtung der Magnesiumplasmakonzentrationen aufgrund einer Hypomagnesiämie nur bei etwa 20% der Sportler ein Magnesium-
Mangel nachgewiesen werden kann, während ein Nachweis eines Magnesiummangels anhand des Magnesium-Loading-Tests aufgrund einer erhöhten Magnesium-Retention bei über 50% der Sportler möglich ist (4,5).


Tabelle 1: Mögliche klinische Symptome in Abhängigkeit von der Magnesiumkonzentration im Plasma
Mg-Konz.           Mögliche Symptome
(mmol/l)


< 0,2                   Dystrophie, Retardierung, erhöhte Nervenleitgeschwindigkeit Krampfanfälle
< 0,45                 Herzrhythmusstörungen, Tremor, positives Trousseau-Zeichen,sekundäre Elektrolytstörungen, abgeschwächter Sehnenreflex
 0,76 – 1,10        Normomagnesiämie
> 2,5                   ZNS-Depression
> 3,5                   Hemmung der neuromuskulären Übertragung, PR und QRS-Verbreiterung
> 5,5                   respiratorische Insuffizienz, Reflexverluste
> 16,5                 Herzstillstand

Notwendigkeit einer Substitution
Sportler mit einer erniedrigten Magnesiumplasmakonzentration sollten mit Magnesium substituiert werden, wobei eine ausgewogene Ernährung einer Einzelsupplementation vorzuziehen ist. Bei normalen Magnesiumplasmakonzentrationen sollte eine Magnesiumsubstitution bei Sportlern erwogen werden, die im besonderen Ausmaß für einen Magnesiummangel prädisponiert sind. Das trifft für Ausdauersportler und für Sportler mit einer hohen sportlichen Aktivität zu. Für die Therapie von Torsades de Pointes und supraventrikulären Herzrhythmusstörungen wird eine Magnesiumsubstitution empfohlen. Sportler mit einer eingeschränkten Nierenfunktion sollten nur unter engmaschiger Kontrolle substituiert werden (4). Die empfohlene Menge zur oralen Magnesiumsubstitution liegt nach Daten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei 0,2 mmol/kg täglich. Studien zeigen, dass Sportler mehr Magnesium über die Nahrung aufnehmen als Personen, die nicht sportlich aktiv sind. Trotzdem reicht die zugeführte Magnesiummenge oft nicht aus, den Magnesiumstatus ausgeglichen zu halten (1,5).
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Die Supplementation der Nahrung von Leistungssportlern mit Magnesium kann, muss aber nicht zu einem verbesserten Zellmetabolismus führen. Ob eine mehrwöchige Magnesiumsubstitution einen positiven Effekt auf die Leistungsfähigkeit, neuromuskuläre Aktivität, Muskelkraft, muskuläre Regeneration oder muskuläre Symptome hat, bleibt in Diskussion. Es wurde bisher nicht bewiesen, dass eine gemessene Verbesserung der Parameter auf eine Magnesiumsupplementation an sich zurückzuführen ist oder ob sie dadurch zustande kommt, dass durch die Supplementation ein latenter Magnesiummangel behoben wurde (1,2).
Bei normaler Nierenfunktion und oraler Gabe kann Magnesium praktisch nicht überdosiert werden, weil überschüssiges Magnesium schnell über die Niere ausgeschieden wird. Lediglich Durchfälle können schon in therapeutischer Dosierung auftreten. Bei Niereninsuffizienz kann es jedoch zur Akkumulation von Magnesium mit toxischen Erscheinungen kommen. Daher sollten niereninsuffiziente Sportler täglich in bezug auf ihre Nierenfunktion und den Elektrolytstatus überwacht werden. Kontraindikationen einer Magnesiumsubstitution sind schwere Nierenfunktionsstörungen. Bei Nierensteinen, AV-Blockierungen, Myasthenia gravis und einer schweren Exsikkose muss eine Magnesiumsubstitution sorgfältig abgewogen und überwacht werden (4).
1. Bohl CH, Volpe SL: Magnesium and Exercise. Crit Rev Food Sci Nutr 42 (2002) 533-563.
2. Rayssiguier Y, Guezennec CY, Durlach J: New experimental and clinical data on the relationship between magnesium and sport. Magnes Res 3 (1990) 93-102.
3. Ryzen E, Elbaum N, Singer FR, Rude RK: Parenteral magnesium tolerance testing in the evaluation of magnesium deficiency. Magnesium 4 (1985) 137-147
4. Saur P: Magnesium - Evaluation und Bedeutung des Magnesiumstatus. Shaker- Verlag, Aachen, 2001.
5. Saur P, Joneleit M, Tölke H, Pudel V, Niedmann PD, Kettler D: Evaluation des Magnesiumstatus bei Ausdauersportlern. Dtsch Z Sportmed 53 (2002) 72-78
Korrespondenzadresse:
Univ.-Prof. Dr. Petra Saur
Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin
Georg-August-Universität Göttingen
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Fax: 0551-39-8676, E-mail: psaur@gwdg.de
Literatur


Ausreichende Magnesiumzufuhr empfohlen
Magnesium macht die Knochen stark

Die Magnesiumaufnahme über die Nahrung oder Supplemente ist positiv mit der Knochendichte assoziiert – besonders bei älteren Erwachsenen.
Kathryn Ryder des University of Tennessee Health Science Center befragte 2.000 schwarze und weiße Männer und Frauen im Alter zwischen 70 und 79 Jahre zu ihrer Magnesiumaufnahme. Daneben maß sie die Knochendichte der Probanden.
Personen, die mehr Magnesium zu sich nahmen, wiesen eine signifikant höhere Knochendichte auf als jene in der Gruppe mit der geringsten Aufnahme, lautet es im „Journal of Geriatrics Society“. Für jede Erhöhnung der Magnesiumzufuhr von 100 Milligramm pro Tag zeigte sich eine Zunahme der Knochendichte von ein Prozent.
Dieser Zusammenhang ließ sich aber nur für ältere weiße Senioren nachweisen, nicht für schwarze. Gegenwärtige Empfehlungen zur Magnesiumaufnahme sind 320 Milligramm pro Tag für Frauen und 420 Milligramm täglich für Männer.     2005-12-22 Quelle: www.aerztlichepraxis.de


Metabolisches Syndrom: Schützt Magnesium?
CHICAGO (Rö). Bei magnesiumreicher Ernährung ist offenbar das Risiko für ein Metabolisches Syndrom verringert. Das hat eine prospektive Studie von Dr. Ka He von der Northwestern Universität in Chicago, US-Staat Illinois ergeben.
Mehr als 4600 Amerikaner zwischen 18 und 30 Jahren haben teilgenommen ("Circulation" online). Erhoben wurden die Ernährungsgewohnheiten. Zudem wurde ermittelt, wie viele ein Metabolisches Syndrom bekommen hatten. Ergebnis: Bei der höchsten Magnesium-Aufnahme war die Rate des Syndroms um 30 Prozent niedriger als bei der geringsten. Ärzte Zeitung, 11.04.2006