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Magnesium
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Magnesiummangel führt zu:
Magnesiumüberdosierung führt zu:
Magnesiummangel tritt auf:
Magnesiumpräparate
Das sogenannte "Anti-Stress-Mineral" Magnesium wird in
allen Belastungsphasen vermehrt ausgeschüttet, umgekehrt erhöht ein bestehender Magnesiumsmangel die Stressempfindlichkeit.
Magnesium. Der Mineralstoff ist an mehr als 350 Stoffwechsel- prozessen im Körper wesentlich beteiligt und nimmt
daher auch eine Schlüssel-funktion bei der Bereitstellung von Energie
im Körper ein. Magnesium kontrolliert auch das gesunde
Funktio-nieren des gesamten Muskelapparates, es steuert die Reizübertragung auf Muskeln und Nerven. Bei ein-seitiger
Ernährung (eiweiss-, fleischbetonte Kost, regelmässiger Alkoholkonsum) kann es schnell zu einer Magnesium-Unterversorgung
kommen. Risikogruppen aufgrund des vermehrten Bedarfes sind generell Sportler sowie Schwangere und
Stillende. Auch Durchfallerkrankungen und gewisse Medikamente (Abführ- und Ent-wässerungsmittel) gefährden
das Magnesium-Gleichgewicht. Calciummangel ist sehr häufig anzutreffen und in erster Linie ernährungsbedingt. Heranwachsende,
Frauen und Senioren sind besonders betroffen.
Magnesium: Allgemeine Hinweise Magnesium ist das vierthäufigste Kation im menschlichen Körper. Es findet sich zu 60 % im Skelett, zu 1 % in der extrazellulären Flüssigkeit, und der Rest liegt intrazellulär. 30 % des Magnesiumbestandes befindet sich in der Muskulatur. Magnesium aktiviert zahlreiche Enzyme, besonders die des Energiestoffwechsels, und spielt im Rahmen der Membranphysiologie, bei der neuromuskulären Reizübertragung an den Synapsen sowie bei der Muskelkontraktion eine wichtige Rolle. Der Magnesiumbestand des Neugeborenen beträgt 0,7 g, bei 5jährigen 5 g und bei Erwachsenen ca. 20 g. 35-55 % des zugeführten Magnesiums werden resorbiert. Dabei wird ein spezieller Mechanismus vermutet, da eine erbliche isolierte Magnesiumresorptionsstörung (Hypomagnesiämie) bekannt ist. Die Resorptionsquote wird durch die angebotene Menge und die Löslichkeit des Salzes, durch den Phytatgehalt und durch den Ballaststoffgehalt der aufgenommenen Nahrung beeinflußt. Überschüssig aufgenommenes Magnesium wird in erster Linie durch die Nieren ausgeschieden. Die Regelung erfolgt im Nierentubulus. Parathormon und Vitamin D wirken direkt oder indirekt auf die Magnesiumkonzentration im Blut, jedoch ist der Regelmechanismus nicht genau bekannt. Ein erwachsener menschlicher Körper enthält 20 -30 g Magnesium. Es ist vitaler Bestandteil von über 300 Enzymen wie auch der Knochen. Es ist notwendig um Glycogen zu verbrennen ( Energiegewinnung ), den genetischen Code zur Proteinherstellung zu liefern, für den Transport von Nerven- und die Muskelimpulse zu sorgen, die Verkalkung von weichem Gewebe zu verhindern und den pH-Wert zu regulieren. Zugaben von Magnesium können Reizbarkeit, Schwindel, Muskelschwäche und frühzeitige Wehen verhindern. Es kann Herzrythmusstörungen eliminieren und die Artereien gegen den Stress durch Blutdruckschwankungen stützen. Einige Notfallsituationen in Krankenhäusern geben Magnesiuminjektionen bei Herinfarktpatienten. Beeinfussung der Mg-Aufnahme: ( - ) exzessive Aufnahmen von Fett, Protein, Kalzium und D. ( +) B6, Protein, Kalzium, C, D. Effektive tägliche Dosen liegen zwischen 400 - 800mg. Magnesium ist ein Beispiel dafür, daß eine Zufuhr, die über der empfohlenen Menge von etwa 350 mg liegt, positive Wirkung zeigen könnte. In einfachen Tierversuchen wurde beobachtet, daß zusätzliche Magnesiumgaben gegen Streß schützen können und Schäden am Herzen mindern. Es bestehen Hinweise, daß Magnesium auch beim Menschen in ähnlicher Weise positive Wirkung zeigt. Hierzu sind nicht unbedingt Mg-Präparate notwendig. Mit einem hohen Anteil magnesiumreicher pflanzlicher Nahrungsmittel in der täglichen Ernährung ist es leicht möglich, auf eine Zufuhr von bis zu 800 mg Magnesium pro Tag zu kommen. Die Resorption des Magnesiums ist aus Vollkorngetreide und ähnlichen Lebensmitteln zwar häufig schlechter, doch die Versorgung immer noch besser als bei einer Ernährung, die reich an Fetten, Zuckern und hochausgemahlenen Getreiden ist. Gemüse ist ebenfalls ein guter Magnesiumlieferant, allerdings kann es hier durch Wässern, Blanchieren und Kochen in viel Wasser zu starken Auslaugverlusten kommen, wenn das Wasser nicht mehr weiterverwendet wird. Magnesium: Bedarf - Erwachsene In Bilanzstudien wurde der Bedarf des Erwachsenen an Magnesium mit 3,0-4,5 mg/kg Körpergewicht und Tag ermittelt. Die RDA geben für Erwachsene beiderlei Geschlechts 4,5 mg/kg u. Tag an. Die durchschnittliche Magnesiumzufuhr in der Bundesrepublik Deutschland beträgt derzeit etwa 330 mg für Frauen und 410 mg für Männer täglich. Die exakte Angabe der empfehlenswerten Magnesiumzufuhr ist nicht möglich. Die in der Tabelle angegebenen Werte beruhen auf Bilanzuntersuchungen oder entsprechen den Empfehlungen anderer Länder mit vergleichbaren Ernährungsgewohnheiten. Resorption Nutritive Dosen von peroral verabreichtem Magnesium werden zu etwa 30%, hauptsächlich im Dünndarm, resorbiert, der Rest verlässt den Organismus mit den Fäzes. Verteilung und Ausscheidung des resorbierten Magnesiums unterliegen der physiologischen Homöostase, wobei die Ausscheidung überwiegend durch glomeruläre Filtration in den Nieren erfolgt. Die Ausscheidung wird durch tubuläre Reabsorption beschränkt. Diese unterliegt der Konkurrenz durch Kalzium. Als Normbereich des Plasmaspiegels wird ein solcher von 0,8-1,1 mmol/l angegeben. 32% des Magnesiums sind an Proteine gebunden, 55% liegen in ionisierter Form vor. Im Falle einer Niereninsuffizienz besteht Kumulationsgefahr. Bei Diarrhoe, Malabsorption, Alkoholismus und Diabetes mellitus kann die Resorption vermindert sein. Magnesiumreiche Lebensmittel Magnesium ist vor allen Dingen in Getreideprodukten, Milchprodukten, Nüssen, Fleisch und in Hülsenfrüchten enthalten. Es ist wichtig für die Erregbarkeit der Muskeln und für die Muskelkontraktion. 100g Vollkornreis und 3 Scheiben Vollkornbrot decken den Magnesium-Tagesbedarf eines Erwachsenen von 300 - 350 mg. Magnesium - Funktion Aufbau der Knochensubstanz Muskelfunktionen Nervenreizbarkeit Herz-Kreislauf Aktivator von mehr als 300 Enzymen und der Eiweissynthese Magnesium - Aufnahme/Bedarf/empfohlene Zufuhr
Anfrage zum Resorptionsproblem 1. Klaus Poettgen schrieb: > Welche Menge ist dei optimale pro Einmaleinnahme ,damit mit Tablettensubstitution beim Sportler nicht zuviel ausgeschieden wird? > Es gibt Anbieter von 40 mg(Verla) über 130.....bis zu 300mg Brausetabletten MFG Antwort Dr. med. Jochen H. Kubitschek Arzt fuer Allgemeinmedizin, Psychotherapeut, Medizinjournalist und Internet-Publizist Physician (GP), internet publisher and medical writer) ******************************* Sehr geehrter Herr Poettgen, Ihre Frage kann niemand beantworten - wenn er ehrlich ist. Da Menschenversuche nicht erlaubt sind, müssen viele wissenschaftlichen Daten als das bezeichnet werden was sie wirklich sind: "ueber den Daumen angepeilte Schaetzungen und Spekulationen". Das erklaert, warum Sie mit so unterschiedlichen Empfehlungen konfrontiert werden. Also bleiben sie mit der Einnahme irgendwo in der Mitte, dann wird es schon gutgehen..... Mit freundlichen Gruessen/Best regards Dr. med. Jochen H. Kubitschek , Jochen H. Kubitschek M.D. - Arzt und Wissenschaftsjournalist - 2.Antwort Sehr geehrter Herr Poettgen, die empfohlene Tageszufuhr liegt bei 300-350 mg Magnesium pro Tag. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, erreichen Sie diesen Wert durch Ihr Essen und Trinken. Die empfohlene Menge enthält bereits Sicherheitszuschläge.Im Durchschnitt wäre es also so, dass sie die darüber liegende Menge ausscheiden würden. Dann wäre es egal, ob sie 40, 100 oder 300 mg substituieren. Je höher die zusätzlich gegebene Menge, um so mehr geht raus. Einen optimalen Einmalwert für die Magnesiumaufnahme gibt es nicht. Wieviel ausgeschieden wird, hängt davon ab, wie gut ihr Körper insgesamt versorgt ist und wieviel er resorbiert. Wenn sie auf ein gesundes Essen achten, sind niedrig dosierte Mineralstoff-Substitute geeigneter. Aber auch 300 mg, also die doppelte Aufnahmemenge ist nicht schädlich. Nur der Nutzen ist nicht belegt. Mit freundlichen Grüßen i.A. Andrea Moritz Dr. Andrea Moritz Friedrich-Ebert-Str. 3 53177 Bonn Tel.:0228-8499-132 Fax: 0228-8499-2132 internet: www.aid.de 3. und beste Antwort Date: 11/19/1999 11:25 am (Friday) From: Angela Seidl Dr. To: MD-Verla.API:klaus.poettgen@usa.net Subject: Antw: Magnesium Sehr geehrter Herr Dr. Pöttgen, es ist richtig, daß die Magnesiumresorption mit steigender Einnahmemenge abnimmt. Fine et al. (J.Clin.Invest. 88 (1991) 396-402) haben dies in Ihrer Studie untersucht. Während bei einer Einnahme von 120 mg noch ca. 35% resorbiert werden sinkt die Resorption bei Einnahme der kompletten Tagesdosis von 360 mg auf ca. 18%. Wir hoffen, daß Ihnen unsere Antwort genau genug ist und grüßen Sie herzlich Dr. Angela Seidl Verla-Pharm Hauptstr.98 82327 Tutzing
Zusammenfassung wichtiger Studien über Magnesium und Kalium Kalium und Magnesium sind für den Sportler die wichtigsten Elektrolyte, da der erhöhte Bedarf (im Gegensatz zu Natriumchlorid) über die Nahrung nur selten genügend gedeckt werden kann. Ein Mangel dieser Mineralien äussert sich in einer schnelleren Ermüdbarkeit, einer verringerten Reaktionsfähigkeit und in Muskelkrämpfen.
Eine Untersuchung bei 23 Tennisspielern (darunter 8 Leistungsspieler) ergab
folgende
Zwei neuere Untersuchungen zeigen ähnliche Ergebnisse : Im einen Fall
[42] wurde bei 10
Eine grossangelegte Studie bei 1813 Fussballspielern, 223 Hockeyspielern
sowie 46 Bob- und
Diese 3 Studien belegen die eminente Wichtigkeit einer ausreichenden Kalium-
und
Magensium/Kalium LITERATURVERZEICHNIS
Magnesium-Verschiebungen nach akuter erschöpfender Belastung Mooren F
Ch, Lechtermann A, Fromme A, Thorwesten Gute Therapieerfolge mit Magnesium bei Kindern mit Asthma Magnesium und Herzinfarkt |
Muskelkrämpfe: Natriumhaltiges
Mineralwasser beugt vor
Bonn (dpa) - Wer viel Sport treibt, sollte
natriumhaltiges Mineralwasser trinken. Je mehr der Körper schwitze, desto höher
sei sein Bedarf an dem Mineralstoff, teilt die Organisation Deutsche Heilbrunnen
in Bonn mit. Natrium lotse Kohlenhydrate durch den Körper und sorge so für die
nötige Energie beim Sport. Natriummangel könne dagegen zu Muskelkrämpfen,
Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und niedrigem Blutdruck führen. Sportler
sollten zudem auf eine ausreichende
Magnesiumzufuhr achten. Geeignet seien
Heilwässer mit mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter. Der Mineralstoff sei
an der Aktivität der Muskeln und am Energiestoffwechsel beteiligt, heißt es
weiter. Muskelkater mildern könne Hydrogencarbonat, das in einer Konzentration
von mehr als 1300 Milligramm pro Liter in dem Wasser enthalten sein sollte.
6. April 2002
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Magnesiumstatus bei Ausdauersportlern P. Saur1, M. Joneleit1, H. Tölke1, V. Pudel2, P. D. Niedmann3, D. Kettler1 Evaluation des Magnesiumstatus bei Ausdauersportlern 1 Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin, 2 Ernährungspsychologische Forschungsstelle und 3 Abteilung Klinische Chemie, Georg-August-Universität Göttingen Jahrgang 53, Nr. 3 (2002) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 73 Zusammenfassung Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung des Magnesium- Haushalts von Ausdauersportlern. Es sollte geklärt werden, ob Sportler häufiger einen Magnesiummangel aufweisen als Personen, die keinen Ausdauersport betreiben. Zusätzlich wurde geprüft, ob alimentäre Faktoren ursächlich für die Entstehung des Magnesiummangels sind. Dazu wurden 50 Probanden im mittleren Alter von 25 Jahren in die randomisierte, prospektive Untersuchung aufgenommen. Anhand eines Fahrradergometertests wurden die Frauen mit einer aerob-anaeroben Schwelle über 2,4 W/kg (n=7) und Männer über 2,6 Watt/kg (n=18) der Gruppe der Ausdauersportler zugeteilt, die anderen 25 Probanden bildeten die Kontrollgruppe (8 Frauen und 17 Männer). Die Sportler gaben einen Trainingsumfang von mindestens 9 Stunden pro Woche und die Probanden der Kontrollgruppe von unter 9 Stunden pro Woche an. Da frühere Studien gezeigt hatten, dass eine im Normbereich liegende Serum-Magnesiumkonzentration einen Magnesiummangel nicht ausschließt und genauere Aussagen über den Magnesiumstatus die Magnesiumretention anhand eines Magnesium-Loading-Tests ermöglicht, wurden zusätzlich die Magnesiumretention, die Plasma-Magnesiumkonzentration, ionisierte Fraktion des Plasma-Magnesiums, erythrozytäre Magnesiumkonzentration, renale Magnesiumexkretion und orale Magnesiumzufuhr gemessen. Die mithilfe des intravenösen Magnesium-Belastungstests erhobenen Magnesiumretentionen der Kontrollgruppe lagen im Mittel niedriger als die der Ausdauersportler. Unterschiede der Mittelwerte der Plasma-Magnesiumkonzentrationen, ionisierten Fraktionen des Plasma-Magnesiums und der erythrozytären Magnesiumkonzentration beider Gruppen ergaben sich nicht, während die Ausdauertrainierten im Mittel signifikant mehr Magnesium renal ausschieden und mehr Magnesium oral zuführten als die Kontrollgruppe. Die Studie bestätigte somit, dass Ausdauersportler häufiger einen Magnesiummangel aufwiesen als Personen, die keinen Ausdauersport betrieben. Dieser Mangel wurde verursacht durch eine erhöhte renale Magnesiumausscheidung. Obwohl die Sportler eine erhöhte Magnesiumzufuhr durch die Nahrung zeigten, reichte die zugeführte Magnesiummenge nicht aus, den Magnesiumstatus ausgeglichen zu halten. Einleitung Problem und Zielsetzung Material und Methode
Tabelle 1: Demographische Daten der Sportler (S) und der Kontrollgruppe (K) Diskussion
Tabelle 3: Internationale Empfehlungen zur
Magnesiumzufuhr Mg-Mangel ist bei Sportlern häufigMagnesiumhaltige Nahrung zum Ausgleich ist besser als angereicherte Mittel
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Magnesium und Sport
Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin,
Georg-August-Universität Göttingen
Magnesium Standards der Sportmedizin
Jahrgang 55, Nr. 1 (2004) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 23
P. Saur
Zusammenfassung
Magnesium wirkt als essentieller Kofaktor zahlreicher intrazellulärer Prozesse
und ist somit verantwortlich für mehr als 300 enzymatische Vorgänge. Die
Inzidenz eines Magnesiummangels bei Sportlern wird bis zu 65% geschätzt. Die
Ursachen des Magnesiummangels bei Sportlern liegen entweder in einem erhöhten
Magnesiumbedarf, einer reduzierten Magnesiumaufnahme oder in einem erhöhten
Magnesiumverlust begründet. Sportler mit einer erniedrigten
Magnesiumplasmakonzentration sollten mit Magnesium substituiert werden. Bei
normalen Magnesium-plasmakonzentrationen sollte eine Magnesiumsubstitution bei
Sportlern erwogen werden, die im besonderen Ausmaß für einen Magnesiummangel
prädisponiert sind. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion sollten nur unter
engmaschiger Magnesiumkontrolle gegeben werden.
Bedeutung und Funktion
Magnesium ist nach Kalium das quantitativ bedeutendste intrazelluläre
Kation des Körpers. Magnesium wirkt als essentieller Kofaktor zahlreicher
intrazellulärer Prozesse und ist somit verantwortlich für mehr als 300
enzymatische Vorgänge (4). Die Membranstabilisierung ist eine seiner
wichtigsten Eigenschaften, indem es durch die Komplexbildung mit Phospholipiden
die Membranpermeabilität vermindert. Eine normale intrazelluläre
Magnesiumkonzentration begünstigt durch eine Aktivierung der Na/K-ATPase den
Kaliumtransport in die Zelle. Bei Magnesiummangel ist die intrazelluläre
Kaliumauffüllung blockiert ist, was sich klinisch in Herzrhythmusstörungen
äußern kann. Magnesium wirkt als ein physiologischer Calcium-Kanal-Blocker (4).
Auf das neuromuskuläre System hat Magnesium eine dämpfende Wirkung. Es reduziert
die elektrische Erregbarkeit des Neurons und verlängert die
Nervenleitgeschwindigkeit. Dementsprechend senkt eine niedrige
Magnesiumplasmakonzentration die Schwelle der axonalen Stimulation und erhöht
die Nervenleitgeschwindigkeit. Dies kann sich in Form von Muskelkrämpfen oder
auch generalisierten Krampfanfällen auswirken (4).
Ein Magnesiummangel kann zu einer partiellen Entkopplung der Zellatmung mit
einer Reduzierung des P/O-Quotienten und einer daraus resultierend ineffektiven
Energiegewinnung führen. Weiterhin ist die Glukoseaufnahme in die Zelle
magnesiumabhängig. Das ist insbesondere für Sportler wichtig, weil durch eine
verbesserte zelluläre Glucoseaufnahme die Glykolyse beschleunigt wird (1,2,4).
Erschwerend für den klinischen Alltag ist, dass die durch einen Magnesiummangel
ausgelösten Symptome unspezifisch sind (Tab. 1) und auch unter einer
Normomagnesiämie auftreten können. Tierexperimentelle Studien zeigen, dass ein
ausgeprägter Magnesiummangel zu einer reduzierten Leistungsfähigkeit und einem
gestörten Energiemetabolismus führt. Auch Studien am Menschen zeigen, dass ein
unausgeglichener Magnesiumstatus die Leistungsfähigkeit von Sportlern
beeinflusst. Ob jedoch eine Magnesiumsupplementierung zu einer verbesserten
sportlichen Leistung führt, ist zur Zeit noch in Diskussion (1,2,4).
Normalwerte
Die Normalwerte von Magnesiumkonzentrationen betragen im Plasma 0,76
- 1,1 mmol/l und den Erythrozyten 1,95 - 2,65 mmol/l. Die normale ionisierte
Magnesiumkonzentration im Plasma beträgt 0,45-0,75 mmol/l. Dabei macht es keinen
Unterschied, ob die Magnesiumkonzentration im Plasma oder Serum gemessen wird.
Die normale Magnesiumausscheidung im Urin variiert zwischen 2,5 und 5 mmol/Tag
(4).
Diagnostik eines Magnesiumdefizits
Das Messen der extrazellulären Magnesiumkonzentration im Plasma ist
aufgrund seiner einfachen Anwendbarkeit und Verfügbarkeit der am häufigsten
angewendete Test zur Evaluation des Magnesiumstatus, obwohl Magnesium vorrangig
ein intrazelluläres Kation ist und nur 1 % des gesamten Magnesiumgehalts in der
Extrazellulärflüssigkeit vorliegt. Die Bestimmung der intrazellulären
erythrozytären Magnesiumkonzentration ist methodisch aufwendiger als die der
Plasmamagnesiumkonzentration und somit nur in wenigen Laboren verfügbar (4).
Eine spezielle Diagnostik des Magnesiumstatus stellt die Messung der renalen
Magnesiumretention anhand des Magnesium-Loading-Tests dar. Dieser Test
untersucht das Ausmaß der renalen Retention einer definiert über 4 Stunden
intravenös applizierten Magnesiummenge von 0,1 mmol/kg KG. Dazu ist eine
Urinsammlung über insgesamt 48 Stunden notwendig (3,4). Während die Validität
und Reliabilität des intravenösen Loading-Tests in zahlreichen Untersuchungen
nachgewiesen wurde, stellt der orale Loading-Test ein bisher noch wenig
untersuchtes Verfahren dar. Klar ist, dass aufgrund der außerordentlich
variablen intestinalen Resorption des Magnesiums die Aussagekraft eines oralen
im Vergleich zu einem intravenösen Loading-Test deutlich eingeschränkt ist. Es
gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die Aussagekraft des intravenösen
Loading-Tests diejenige der Messung der Magnesiumkonzentration
im Plasma und den Erythrozyten bei einer normalen Magnesiumplasmakonzentration
übersteigt (4). Bei einem Magnesiummangel wird eine Reduktion des
Magnesiumgehaltes im Urin mit einer Latenz von wenigen Stunden schneller präsent
als im Plasma nach etwa einem Tag und in den Erythrozyten nach wenigen Tagen
(4). Die Bestimmung des Magnesiumplasmaspiegels ist als Routinetest für die
Evaluation einer möglichen Störung des Magnesiumhaushalts zu empfehlen. Bei
Hypomagnesiämie besteht ein Magnesiummangel, bei Hypermagnesiämie liegt ein
adäquater Status oder eine Überversorgung an Magnesium vor. Eine
Normomagnesiämie sagt allerdings wenig über den Magnesiumhaushalt aus, weil auch
dann ein Magnesiummangel vorliegen kann. Genauere Aussagen sind dann durch den
intravenösen Magnesium-Loading-Test zu erwarten (4,5).
Ursachen eines Magnesiummangels
Die Ursachen des Magnesiummangels liegen entweder in einem erhöhten
Magnesiumbedarf, einer reduzierten Magnesiumaufnahme oder in einem erhöhten
Magnesiumverlust begründet. Ein erhöhter Magnesiumbedarf ist durch die erhöhte
Stoffwechselaktivität von Sportlern gegeben, die durch Wachstums- und
Reparaturvorgänge als Anpassungsreaktion des Körpers auf die erhöhte
Beanspruchung entstehen. Bei kurzzeitigen intensiven sportlichen Belastungen
steigt die Magnesiumplasmakonzentration an - möglicherweise aufgrund einer
Reduktion des Plasmavolumens. Nach einer langdauernden Ausdauerbelastung sinkt
die Magnesiumplasmakonzentration unter Belastung vorübergehend ab (1,2). Ein
Abfall der Magnesiumplasmakonzentration wird über eine gesteigerte
Magnesiumaufnahme aus dem Extrazellulärraum in den Intrazellulärraum erklärt, um
den Zellen des aktiven Bewegungsapparates Magnesium als Substrat für die während
der sportlichen Belastung verstärkt ablaufenden enzymatischen Prozesse
anzubieten. Dabei ist der Shift umso stärker, je höher die Belastung ist.
Insbesondere nach einer Ausdauerbelastung werden aufgrund einer
stressinduzierten Lipolyse vermehrt freie Fettsäuren metabolisiert und Magnesium
in die Adipozyten aufgenommen, wodurch es zu einem Abfall der
Magnesiumplasmakonzentration kommt (1,2). Eine reduzierte Magnesiumaufnahme
kommt insbesondere bei Sportlern vor, die ein definiertes Gewicht anstreben, wie
etwa beim Turnen, beim Judo oder beim Eiskunstlauf. Ebenso zeigen Studien, dass
mehr Athleten aus anaeroben Sportarten als aus aeroben Sportarten energetisch
mangelhafte Nahrung zu sich nehmen. Da gerade Nahrungsmittel mit einem hohen
Energiegehalt in der Regel auch einen hohen Gehalt an Magnesium besitzen, wirkt
sich ein Verzicht auf diese Lebensmittel negativ auf die Magnesiumalimentation
aus (5).
Ein erhöhter Magnesiumverlust kann verursacht sein durch kutane
Magnesiumverluste über den Schweiß, gastrointestinale Verluste oder medikamentös
verursachte Resorptionsstörungen. Der Magnesiumverlust über den Schweiß liegt
zwischen 0,25 und 0,75 mmol/l täglich. Während schwerer sportlicher Belastung
nimmt die Magnesiumkonzentrationen im Urin ab, während sie nach einer schweren
körperlichen Belastung zunimmt. Diese Beobachtungen werden auf eine metabolische
Azidose durch Laktat zurückgeführt, worunter es zu einer erhöhten Ausschüttung
von Katecholaminen und Aldosteron kommt, die letztlich den renalen
Magnesiumverlust durch Hemmung der Magnesiumreabsorption bedingen. Dabei steigt
die Menge des ausgeschiedenen Magnesiums tendenziell in Abhängigkeit von der
Gesamttrainingsbelastung an, wobei sie bei Leistungssportlern deutlich über der
sporadisch Trainierender liegt. Bei Ausdauersportlern liegt sie außerdem höher
als bei Sportlern anderer Disziplinen. Die Ursache ist bisher unbekannt (1,2).
Häufigkeit bei Sportlern
Abnormalitäten des Magnesiumplasmaspiegels sind die häufigste nicht
diagnostizierte Elektrolytstörung des klinischen Alltags. Eine Hypermagnesiämie
tritt wesentlich seltener auf als eine Hypomagnesiämie. Die Prävalenz der
Hypomagnesiämie wird in der Literatur zwischen 7% und 65% angegeben. Allerdings
zeigen neuere Untersuchungen, dass durch die alleinige Betrachtung der
Magnesiumplasmakonzentrationen aufgrund einer Hypomagnesiämie nur bei etwa 20%
der Sportler ein Magnesium-
Mangel nachgewiesen werden kann, während ein Nachweis eines Magnesiummangels
anhand des Magnesium-Loading-Tests aufgrund einer erhöhten Magnesium-Retention
bei über 50% der Sportler möglich ist (4,5).
Tabelle 1: Mögliche klinische Symptome in Abhängigkeit von der
Magnesiumkonzentration im Plasma
Mg-Konz. Mögliche
Symptome
(mmol/l)
< 0,2
Dystrophie, Retardierung, erhöhte Nervenleitgeschwindigkeit Krampfanfälle
< 0,45
Herzrhythmusstörungen, Tremor, positives Trousseau-Zeichen,sekundäre
Elektrolytstörungen, abgeschwächter Sehnenreflex
0,76 – 1,10 Normomagnesiämie
> 2,5
ZNS-Depression
> 3,5
Hemmung der neuromuskulären Übertragung, PR und QRS-Verbreiterung
> 5,5
respiratorische Insuffizienz, Reflexverluste
> 16,5
Herzstillstand
Notwendigkeit einer Substitution
Sportler mit einer erniedrigten Magnesiumplasmakonzentration sollten
mit Magnesium substituiert werden, wobei eine ausgewogene Ernährung einer
Einzelsupplementation vorzuziehen ist. Bei normalen
Magnesiumplasmakonzentrationen sollte eine Magnesiumsubstitution bei Sportlern
erwogen werden, die im besonderen Ausmaß für einen Magnesiummangel prädisponiert
sind. Das trifft für Ausdauersportler und für Sportler mit einer hohen
sportlichen Aktivität zu. Für die Therapie von Torsades de Pointes und
supraventrikulären Herzrhythmusstörungen wird eine Magnesiumsubstitution
empfohlen. Sportler mit einer eingeschränkten Nierenfunktion sollten nur unter
engmaschiger Kontrolle substituiert werden (4). Die empfohlene Menge zur oralen
Magnesiumsubstitution liegt nach Daten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
bei 0,2 mmol/kg täglich. Studien zeigen, dass Sportler mehr Magnesium über die
Nahrung aufnehmen als Personen, die nicht sportlich aktiv sind. Trotzdem reicht
die zugeführte Magnesiummenge oft nicht aus, den Magnesiumstatus ausgeglichen zu
halten (1,5).
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Die Supplementation der Nahrung von Leistungssportlern mit Magnesium kann, muss
aber nicht zu einem verbesserten Zellmetabolismus führen. Ob eine mehrwöchige
Magnesiumsubstitution einen positiven Effekt auf die Leistungsfähigkeit,
neuromuskuläre Aktivität, Muskelkraft, muskuläre Regeneration oder muskuläre
Symptome hat, bleibt in Diskussion. Es wurde bisher nicht bewiesen, dass eine
gemessene Verbesserung der Parameter auf eine Magnesiumsupplementation an sich
zurückzuführen ist oder ob sie dadurch zustande kommt, dass durch die
Supplementation ein latenter Magnesiummangel behoben wurde (1,2).
Bei normaler Nierenfunktion und oraler Gabe kann Magnesium praktisch nicht
überdosiert werden, weil überschüssiges Magnesium schnell über die Niere
ausgeschieden wird. Lediglich Durchfälle können schon in therapeutischer
Dosierung auftreten. Bei Niereninsuffizienz kann es jedoch zur Akkumulation von
Magnesium mit toxischen Erscheinungen kommen. Daher sollten niereninsuffiziente
Sportler täglich in bezug auf ihre Nierenfunktion und den Elektrolytstatus
überwacht werden. Kontraindikationen einer Magnesiumsubstitution sind schwere
Nierenfunktionsstörungen. Bei Nierensteinen, AV-Blockierungen, Myasthenia gravis
und einer schweren Exsikkose muss eine Magnesiumsubstitution sorgfältig
abgewogen und überwacht werden (4).
1. Bohl CH, Volpe SL: Magnesium and Exercise. Crit Rev Food Sci Nutr 42 (2002)
533-563.
2. Rayssiguier Y, Guezennec CY, Durlach J: New experimental and clinical data on
the relationship between magnesium and sport. Magnes Res 3 (1990) 93-102.
3. Ryzen E, Elbaum N, Singer FR, Rude RK: Parenteral magnesium tolerance testing
in the evaluation of magnesium deficiency. Magnesium 4 (1985) 137-147
4. Saur P: Magnesium - Evaluation und Bedeutung des Magnesiumstatus. Shaker-
Verlag, Aachen, 2001.
5. Saur P, Joneleit M, Tölke H, Pudel V, Niedmann PD, Kettler D: Evaluation des
Magnesiumstatus bei Ausdauersportlern. Dtsch Z Sportmed 53 (2002) 72-78
Korrespondenzadresse:
Univ.-Prof. Dr. Petra Saur
Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin
Georg-August-Universität Göttingen
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Fax: 0551-39-8676, E-mail: psaur@gwdg.de
Literatur
Ausreichende Magnesiumzufuhr empfohlen
Magnesium macht die
Knochen stark
Die Magnesiumaufnahme über die Nahrung oder Supplemente ist positiv mit der
Knochendichte assoziiert – besonders bei älteren Erwachsenen.
Kathryn Ryder des University of Tennessee Health Science Center befragte 2.000
schwarze und weiße Männer und Frauen im Alter zwischen 70 und 79 Jahre zu ihrer
Magnesiumaufnahme. Daneben maß sie die Knochendichte der Probanden.
Personen, die mehr Magnesium zu sich nahmen, wiesen eine signifikant höhere
Knochendichte auf als jene in der Gruppe mit der geringsten Aufnahme, lautet es
im „Journal of Geriatrics Society“. Für jede Erhöhnung der Magnesiumzufuhr von
100 Milligramm pro Tag zeigte sich eine Zunahme der Knochendichte von ein
Prozent.
Dieser Zusammenhang ließ sich aber nur für ältere weiße Senioren nachweisen,
nicht für schwarze. Gegenwärtige Empfehlungen zur Magnesiumaufnahme sind 320
Milligramm pro Tag für Frauen und 420 Milligramm täglich für Männer.
2005-12-22 Quelle: www.aerztlichepraxis.de
Metabolisches Syndrom: Schützt Magnesium?
CHICAGO (Rö). Bei magnesiumreicher Ernährung ist offenbar das Risiko
für ein Metabolisches Syndrom verringert. Das hat eine prospektive Studie von
Dr. Ka He von der Northwestern Universität in Chicago, US-Staat Illinois
ergeben.
Mehr als 4600 Amerikaner zwischen 18 und 30 Jahren haben teilgenommen ("Circulation"
online). Erhoben wurden die Ernährungsgewohnheiten. Zudem wurde ermittelt, wie
viele ein Metabolisches Syndrom bekommen hatten. Ergebnis: Bei der höchsten
Magnesium-Aufnahme war die Rate des Syndroms um 30 Prozent niedriger als bei der
geringsten. Ärzte Zeitung, 11.04.2006