CHROM

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Chrom
Ca. 90 % der Bevölkerung bekommt zu wenig Chrom. Während die DGE 50 - 200 mcg empfiehlt, nehmen wir nur ca. 25 - 30 mcg täglich zu uns. 
Einerseits liefern ausgelaugte Böden und Fertiglebensmittel wenig Chrom, andererseits "frißt" der hohe Zuckerverbrauch beachtliche Mengen.
Chrommangel begünstigt die Insulinresistenz und die Entstehung von Diabetes mellitus Typ II. 
Wozu brauchen wir Chrom? 
Mehrere Studien in USA zeigten, daß Chrom erfolgreich bei Glucoseintoleranz (inklusive Diabetes) und erhöhtem LDL-Cholesterin eingesetzt werden kann. Bereits eine Dosis von 200 mcg normalisierte bei den Probanden sowohl erhöhten, also auch zu niedrigen Blutzucker.  Dr. Press (San Diego Hospital) und Professor Etwood (University oft New York) beobachteten eine Senkung von LDL Cholesterin um durchschnittlich zehn Prozent bei der o.g. Dosis. Mehrere Doppelblindstudien ergaben eine deutliche Abnahme des Körperfetts und eine Zunahme an Muskelmasse. Die entsprechenden Studien wurden mit Probanden durchgeführt, die bei gleicher Nahrungszufuhr zusätzlich Krafttraining durchführten und entweder Placebo oder 200 mcg Chrom Picolinat bekamen. Man führt diesen Effekt darauf zurück, daß Chrom einerseits den Appetit zügelt, indem es den Blutzuckerspiegel stabilisert. Andererseits begünstigt es den Aufbau von Strukturprotein. Zusätzlich erhöht es den Stoffwechsel in den Muskelzellen (Thermogenese) und steigert die Fettverbrennung. Chrom sollte also nie
fehlen, wenn eine Gewichtsreduktion angestrebt wird. Dies bedeutet allerdings nicht, daß allein die Zufuhr von Chrom, ohne Veränderung des
Eßverhaltens und ohne sportliche Betätigung zu einem schlanken und muskulösen Körper führt. 
Wer also profitiert von einer zusätzlichen Chromzufuhr? 
Menschen mit erhöhtem oder niedrigem Blutzuckerspiegel Diabetiker (mellitus Typ II) 
Sportler und Übergewichtige 
Menschen mit erhöhtem LDL-Cholesterin

Chrompicolinat

Häufig wird in der einschlägigen Literatur Chromhefe oder Chrompicolinat als anabole Alternative zu den steroidalen Anabolika angeboten. Chrom soll die Insulinrezeptoren sensibilisieren und den Transfer von Aminosäuren und Glucose in die Muskulatur erleichtern.
Chrom ist notwendiger Bestandteil des Glucosetoleranzfaktors (GTF), über dessen Funktionsweise noch wenig bekannt ist. Eine unzureichende Verfügbarkeit von dreiwertigem Chrom mindert die Fähigkeit der Zellmembran, Glucose in den Intrazellulärraum aufzunehmen. Dies erhöht einerseits die Glucosekonzentration im Blut und schränkt andererseits die Glykogenspeicherung ein.

Fazit: Die angeblich Muskel aufbauende und Fett abbauende Wirkung von Chrom in Dosierungen, die weit über dem Normalbedarf liegen, konnte nicht wissenschaftlich belegt werden. Chrom ist zwar erforderlich für den Kohlenhydratstoffwechsel; ein erhöhter Bedarf für Sportler wurde jedoch nicht nachgewiesen. Lediglich bei gestörter Glucosetoleranz (Typ-2-Diabetes) ist der Bedarf erhöht. Chrompicolinat ist in Deutschland nicht verkehrsfähig. http://www.pharmazeutische-zeitung.de 8/2004
 



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